Aktion
die krise macht mir angst!
meine angst vor der krise wird immer größer!
ich wollte einen 50 euro schein
verkaufen und die sicherheit hat mich einfach gelöscht, erreichen kann
man dort niemand, ist das geld jetzt schon völlig wertlos? habe ich zu
hoch angesetzt? andererseits hat tulpe178 den schein verkaufen dürfen
und hat immerhin 46,50 euro dafür gekriegt. warum ist man ein
finanzgenie, wenn man/frau an der börse auf sinkende aktien spekuliert
und wenn man sein erspartes verkauft, wird man gelöscht?
ich verkauf jetzt noch meinen 20er,
vielleicht ist der nicht verboten! ich hoffe es! dann kann ich nachher
meinen 50er in 2 20er und einen 10er tauschen und auch verkaufen! ich
wär so froh, wenn das alles schon vorbei wäre!
ich hab angst.
bitte kauft mein geld! werdet glücklich damit!
ich kann es nicht mehr!
von den medien werd ich nur verarscht. das find ich echt gemein! (faz , news , diepresse ) vielleicht könnt ihr leserInnenbriefe schreiben. oder mitsteigern. oder ganz was anderes tun!
James Powderly (Graffiti Research Lab) detained in Bejing
James Powderly, co-founder of
Graffiti Research Lab (GRL) was detained by
Chinese Authorities in Bejing while preparing an intervention in
support of the
Students for a Free Tibet protest. His current whereabouts remain
unknown. Since text messages reading "detained
since 3am" and "there's 8 of us here, we're all OK", nothing has
been
heard from them. (22th August 08)
More Infos:
http://www.graffitiresearch.com
http://www.nytimes.com/
Profi am Werk
Wahlplakate zu verändern und mit etwas Kreativität deren Botschaften zu unterlaufen ist ja ein "traditioneller" Denksport in Vorwahlzeiten. Das untenstehende Beispiel zeugt aber von einer Professionalität die nur durch langjähriges eigenhändiges Plakatieren zu erreichen ist. Hut ab und tiefer Kniefall vor der UrheberIn - oder ist die subversive Tat bereits in der Logistik der Werbefirma passiert und nicht erst durch das Arbeitsproletariat (mit dem Kleisterpinsel in der Hand)?
Feuchtgebiete 1: Die Lektüre
Im Frühjahr 2008 erschienen, avancierte Charlotte Roches Debütroman Feuchtgebiete (Dumont) - als Skandalroman gehandelt - rasch zum Bestseller. Im kommenden Herbst wird der Roman am Neuen Theater in Halle als gleichnamiges Stück erstmals inszeniert. hier gehts zum link
Feuchtgebiete erfreut sich in erstaunlich vielfältigen LerserInnenkreisen großer Beliebtheit. Offenbar entspricht die Wirkung dem Inhalt: Wie bei einem schrecklichen Unfall gibt es viele Schaulustige. Angeregt durch die sehr unterschiedlichen Rezeptionen der AugenzeugInnen und die öffentliche Diskussion steht das Werk nun auch in meinem Bücherregal, zwischen Catherine Millet und Virginie Despentes.
Die Geschichte handelt von der erst 18jährigen Helen Memel, die nach einer missglückten Intimrasur auf der Inneren Abteilung eines Krankenhauses liegt und sich nicht nur den als „unmädchenhaft“ geltenden Stellen ihres Körpers widmet, sondern auch den langsam und im Verlauf des Romans immer stärker auseinander klaffenden Wunden ihrer Seele.
„Ich sehe meinen Roman ja durchaus als Masturbationslektüre: Es gibt eine nachdenkliche Ebene, und es gibt die Ebene, die Männer und Frauen aufgeilen soll“, so die Autorin im Süddeutsche-Interview
.
Die literarische Verschränkung dieser beiden Ebenen ist im Roman auch sehr gut gelungen, Lust und Verletzlichkeit durch den eigenen Körper werden in provokanten, amüsanten und berührenden Episoden thematisiert. Wirklich ekelerregend sind nur die wenigsten Stellen, vor denen mich der Buchhändler beim Erwerb des Werkes auch gleich eindringlich zu warnen versuchte. Der Eindruck, der bereits aus der öffentlichen Diskussion des Romans entstanden ist, mit seitenweise Brechreiz erweckenden Ausführungen provozieren zu wollen, bestätigte sich bei der Lektüre überhaupt nicht. Einzig die „Gulaschmahlzeit“ und die eigenwillige Art der Toilettenreinigung lesen sich als Überschreitung, andere Schmankerl aus Helens „Körperrecycling“ kommen eher lustig daher.
Letztendlich ist das Scheidungskind Helen auf der Suche nach Zuwendung. Sie ist eine zerbrechliche Antiheldin, die Tabus bricht, weil ihre Familie zu den Fragen, die ihr auf der Seele brennen, schweigt. Witzig und traurig zugleich ist der Roman unbedingt lesenswert (!!!) und noch eines auf jeden Fall: subversiv. Gängige Identitätsangebote und Verhaltensregeln für Frauen werden auf radikale Weise – zumindest literarisch – untergraben (für die Praxis sind wir ja selbst zuständig ;). Ganz nebenbei gibt’s auch noch brauchbare Tipps zur Avocadozucht. Ein Happy End findet aber nur, wer eines haben will…
you can dance
Thematische Rundgänge/Actionführungen
Der Vermittlung von praktischem Wissen und Know-How wird auf der Subversiv Messe ja bekanntlich ein zentraler Stellenwert eingeräumt (werden). Giosafat and Massimo Milani (siehe Video) möchten als charmante Messehostessen einen wichtigen Part dieser experimetellen Wissensvermittlung übernehmen. Man darf gespannt sein!
Umverteilung anders
Ein obdachloser Mann klinkte sich in die Datingbörse Millionairematch.com ein und überzeugte 13 Personen in sein neues Business-Venture zu investieren. Leider investierte er die so "erwirtschaftete" Summe von ca. 100.000 Dollar aber in Automaten von Spielcasinos. Siehe http://www.nbc10.com/
Scheiss Gentrification
Kürzlich habe ich im Standard Immobilienteil einen neuen Wiener Gemeindebezirk entdeckt, den "SOHO-Bezirk". In diesem neuen "Künstlerviertel Wiens" kann ich mir geräumige (150 bis 250m²) Eigentumswohnungen mit Dachterrasse kaufen. Heute ist im Falter über das Soho-in-Ottakring-Phänomen (SIOP) und über Leute, denen Bezirke mit mehr als einer Ziffer eigentlich am Arsch vorbeigehen (darum heißt der 16. jetzt SOHO-Bezirk?) zu lesen. Und mir fällt ein, dass nicht nur Kieze in Hamburg oder Berlin Opfer übler Aufwertung werden/wurden, sondern auch Wien an diesem Phänomen teilhaben darf/wird.
Zurück zur Überschrift: mit dem Abwertungskit™ Bastelbogen vom Aktions-Netzwerk gegen Gentrification kann ich (sagen die ErfinderInnen aus Hamburg) die Mieten ab sofort selber drücken.
"...mit wenigen Handgriffen lässt sich das Erscheinungsbild deiner Wohnung nach außen verschlechtern. Schon bald setzt der "broken windows effect" ein: Wohlhabende ziehen weg, Wohnungen sind nur noch schwer zu vermieten, die Preise purzeln in den Keller..."
aber aufgepasst: die optische Abwertung darf nicht übertrieben werden, denn sonst wittern die Investoren womöglich Street-Art hinter der Aktion, dazu fällt mir folgende Geschichte click von Diana Artus (Jungle World 30/2007) ein: Banksy veröffentlichte vor einiger Zeit eine an ihn adressierte E-Mail, in der ihn zwei Leute aus einer einfachen Wohngegend Londons bitten, seine Sachen in Zukunft woanders zu sprühen, da mehr und mehr Yuppies und Studenten -angelockt von seinen Schablonengraffiti- ins Viertel zögen in der Annahme, es sei jetzt cool...die nahe liegende Befürchtung der beiden war, dass sie sich bald keine Wohnung mehr in der Gegend leisten können.
Das radikale Nähkränzchen...
... ist ab jetzt im Blog zu finden (war anfangs auf der Startseite):
Ein neues Strickmuster (erstellt mit knitPro) ist eingetroffen und für alle "FreundInnen der Subversiv Messe" als Download mit Strickanleitung bereitgestellt! Hier gehts zur Anmeldung als FreundIn!
Raus aus dem Paradies!
Manche finden es lustig, dass die Eva
aus der Rippe von Adam geschaffen wurde. Derweil ist es viel
interessanter die draufgängerische Art von Eva ins Auge zu
fassen. Während der Adam faul herumgelegen ist, hat sich die Eva
auf die Suche nach Erkenntnis begeben - hat, wie manche wissen
dürften, vom Baum der Erkenntnis gegessen. Dieser Wissensdurst
hat das Leben in weiterer Folge erst interessant gemacht, und der
Mensch hat begonnen sich seiner Umwelt kritisch anzunehmen. Die
Verbannung, die Belegung mit Krankheiten, usw. ist hier nicht von
Belang. Auf jeden Fall hat Eva ein sinnloses Gesetz von Gott
gebrochen und einen Widerstandsakt gesetzt. Das ist ihr hoch
anzurechnen.
Vor allem, wenn der Papst schon wieder
nur Scheiße redet - von se unborn child...
Bombig: "Media Reality"
Am 17. Juni 2007 erregt eine Aktion der subversiven KünstlerInnengruppe ztohoven im tschechischen Frühstücksfernsehen zunächst für wenig Aufregung. Die Gruppe hatte sich in eine der Panoramabild-Kameras eingehackt und dem spärlichen Morgenpublikum eine Atombombenexplosion im tschechischen Riesengebirge präsentiert.
Durch die große Medienpräsenz in den darauffolgenden Stunden und Tagen kann der Zweck der über drei Jahre vom Künstler Roman Tyc geplanten Aktion als geglückt gelten, der eine Diskussion über die "Manipulierbarkeit von TV-Bildern" anfachen wollte.
Die Aktion ist eine Reminiszenz an Orson Welles Hörspiel von 1938, welches basierend auf H.G. Wells Roman War of the Lords, einen Angriff Außerirdischer auf New Jersey so erfolgreich vortäuschte, dass Panik ausbrach.
Roman Tyc und die KünstlerInnengruppe erhielten für die fingierte Bombenexplosion übrigens nicht nur den Kunstpreis der Prager Nationalgalerie, sondern wurden am 25. März 2008 auch von der Anklage der "Panikmache" und der "Verbreitung falscher Informationen" freigesprochen.
Re:you can dance
-ich stell das in den Blog (obwohl es eigentlich nicht hier her gehört):
You Can Dance is a guided tour through the Subversiv Messe
This tour is hosted by two performers who dare to dance.
A couple of hostesses, using modern communication tools will guide large groups through the
fair with a simultaneous discourse in English, French, German, Italian and Spanish.
These hostesses are performed by two italian artists: Giosafat and Massimo Milani