Aufstand
Checkpoint Scharnstein
Aus gegebenen Anlass. Als Scharnstein am Rande der Anarchie stand:
"als wir ankamen, sahen wir uns mit einem polizeiaufgebot von 6 personen
konfrontiert. unsere gruppe bestand aus 17/18 personen. außerdem
war auch die feuerwehr anwesend. schließlich nahm die polizei mit
uns kontakt auf, indem sie um feuer fragte. sie waren anfangs sehr entgegenkommend
um nicht zu sagen unterstützend.
also stellten wir uns mit 2 transparenten, 2 tischen (tee+kaffee) und einer bank auf der straße auf. schnell bemerkten wir jedoch, dass nahezu der gesamte verkehr vor unseren augen umgeleitet wird und entschlossen uns, dass wir uns auf der entsprechenden kreuzung plazieren. auch in diesem fall war die polizei entgegenkommend. dort bauten wir uns erneut auf und begannen mit den autofahrern kontakt aufzunehmen.
es kamen auch positive rückmeldungen z.b. eine hauptschullehrerin, welche mir versicherte, das thema im unterricht zu besprechen. oder ein lkw fahrer, welcher sich kurzfristig entschlossen hatte, seinen lkw mitten auf der kreuzung abzustellen.
irgendwann kam der zeitpunkt, wo die polizei diese nicht angemeldete
aktion für beendet erklärte. nach 30 minuten mussten wir die
strasse räumen und unsere personalien angeben. hätten wir dies
nicht getan, wären wohl einige verhaftet worden. wir waren eigentlich
davon ausgegangen, dass diese demonstration angemeldet sei - so stand es
auch vorher in der zeitung.
neben den positiven rückmeldungen wurden wir beschimpft. wir sollen doch: arbeiten gehen, steuern zahlen. ob wir den verstand verloren hätten. ich als scharnsteiner kann jedenfalls behaupten, dass keiner dieser autofahrer mit einer solchen aktion in scharnstein (wo die welt noch in ordnung ist) gerechnet hat. doch bin ich der meinung, dass diese aktion ein wenn auch kleiner erfolg war. immerhin setzten wir das zeichen, dass man auch in einem ländlichen ort wie scharnstein politisch aktiv sein kann."
(Tatblatt +156/157 S. 9–12)
Kampf der Diktatur der Lerchen!
Ungerechtigkeiten gibt's zu Hauf in dieser Welt. Krieg, Hunger, Feinstaub, Zinsen und die Kriminalisierung der Coca-Pflanze, um nur einige zu nennen. Zumindest manches davon wird tatkräftig, wenn auch mäßig erfolgreich, bekämpft. Der sympathischste Präsident der Welt, der Bolivianer Evo Morales, hat gerade in Wien gezeigt, dass auch vermeintliche Nebenfronten nach Aktivismus schreien. Da es in der Gesellschaft schon genug Hierarchien gibt und wir nicht noch eine Ungerechtigkeitshierarchie erstellen wollen, mögen mir alle Hungernden, alle Kindersoldaten, alle AIDS-PatientInnen ohne medizinische Versorgung und auch die ärmsten aller Opfer - die Finanzmanager - verzeihen, wenn ich heute eine solche vermeintliche Nebenfront eröffne.
Es gibt ein Relikt aus unserer bäuerlichen Vergangenheit, das für viele Menschen völlig obsolet geworden ist und sich unglaublich gesundheitsschädigend und kontraproduktiv auswirkt. Ich spreche von Arbeitszeiten, die starr frühmorgens beginnen und Menschen einen Rhythmus aufzwingen, für den sie nicht geboren wurden. Etwa 15-20% der Bevölkerung sind Nachtmenschen (Eulen), der Rest sind leidenschaftliche Frühaufsteher (Lerchen) oder irgendwo dazwischen. Eulen kommen nicht nur schwer aus dem Bett, sie sind am Vormittag auch nur eingeschränkt leistungsfähig, eine sinnlose Vergeudung von Energie, von den gesundheitlichen Schäden dieser Selbstvergewaltigung mal ganz abgesehen. Genau umgekehrt geht es den Lerchen. Offenbar haben sich diese durchgesetzt und zwingen den Eulen ihre Lebensweise auf. Spätestens seit nicht mehr der Großteil der Bevölkerung früh aufstehen muss, um Schweine und Hühner zu füttern, ist diese Diktatur durch nichts zu rechtfertigen. Doch wie die Lerchen überzeugen? Vergesst das Gelaber über
Ungerechtigkeit, die ökonomische Logik ist auf unserer Seite. Warum soll jemand Menschen beschäftigen, die nur die halbe Arbeitszeit zurechnungsfähig sind? Viel effizienter wäre es Lerchen Lerchen und Eulen Eulen sein zu lassen. Flexibilität ist das Zauberwort. Mehr Effizienz bedeutet mehr Leistung, mehr Gewinn und mehr Geld. Und das wars auch schon mit der Diskussion.
Dänemark hat das Problem erkannt und handelt. Eine BürgerInneninitiative erzeugt politischen Druck, die Stadtverwaltung von Kopenhagen arbeitet gerade spezielle Arbeitszeitmodelle aus, Arbeitgeberverbände unterstützen logischerweise die Anliegen der Eulen. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Eulen schlafen insgesamt nicht mehr als Lerchen, nur halt zu anderen Zeiten.
In diesem Sinne: Eulen aller Länder - vereinigt euch!
Der Aufstand - 75 Jahre 12. Februar 1934
Zumindest eines bleibt Geschichte anscheinend immer: ein Jubiläum. Manchmal ist es Anlass zu mehr, manchmal wird's routinemäßig absolviert. Letzteres kann dazu führen, dass "Vergangenheitsbewältigung" nicht über ein laues Betroffenheitszeremoniell hinausgeht. Und das wiederum spielt jenen in die Hände, die dafür plädieren Schlussstriche zu ziehen und Vergangenheit eben vergangen sein zu lassen. Dabei ist es unlogisch - wenn ich mein Auto mehrmals so kräftig gegen die Wand fahre, dann wär es doch blöd, nicht über Ursachen und Konsequenzen nachzudenken. In Österreich haben wir's zugegeben nicht ganz leicht. 600 Jahre quasi im Privatbesitz einer einzigen Familie und dann plötzlich klein und allein. Es folgte der totale Zivilisationsbruch, die große Selbstamputation, bei der Mittel- und Osteuropa eine seiner ältesten Kulturen verlor. Wer soll da noch Kraft haben, sich mit den Ereignissen vom Februar 1934 zu beschäftigen? Fast vergessen sind die über 300 Toten der Kämpfe, kaum diskutiert wird über die österreichisch-katholische Form des Faschismus, die für die einen Wegbereiter
Hitlers, für die anderen der verzweifelte Versuch war, das Land vor den Nazis zu retten. Genauso widersprüchlich sind die Interpretationen des 12. Februar: antifaschistischer Aufstand vs. sozialistischer Putschversuch, Bürgerkrieg eben..
Auch wenn wenig bewältigt (im Sinne von Analysieren & Reagieren) wird, Vergangenheitspolitik betreiben SPÖVP allemal. Warum zum Teufel hängt das Portrait von Dollfuß noch immer im ÖVP-Parlamentsklub?
Also darüber sollte doch noch mal gespochen werden, oder gezeichnet, geschrieben, gesungen... Hier hilft das Jubiläum weiter, denn es bieten sich in Linz doch einige Gelegenheiten:
- Die KAPU zeigt die Comic-Ausstellung "Als die Nacht begann", in der der Wiener Künstler Thomas Fatzineck die Ereignisse rund um den Februar 34 in Linolschnitten, gedruckt auf Büttenblättern, eindrucksvoll nachzeichnet (Vernissage: Freitag 6. Februar, 19.00 - KAPU).
- Der Infoladen Treibsand organisiert einen kommentierten Dokumentarfilmabend (12.2.-19.00-KAPU) und eine Stadtwanderung am 14.2.
- Das Archiv der Stadt Linz zeigt im Wissensturm eine sehenswerte Ausstellung über das 34er Jahr und die Vorgeschichte in Linz (läuft bis 25. Februar).
- Die Veranstaltungsreihe Civil Wars beschäftigt sich mit Bürgerkriegen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft am Beispiel von Spanien, Österreich, Italien und Jugoslawien (Podiumsdiskussion am 12.2. "Am 75. Jahrestag: Was blieb vom Februar 34?", Kepler Salon)
Unten: "Als die Nacht begann", Comic von Thomas Fatzineck
Re:Der Aufstand - 75 Jahre 12. Februar 1934
Griechische Weihnachten
Nachdem die Unruhen in Griechenland noch immer nicht versandet sind, seh ich mich gezwungen meinen Senf dazuzugeben. Was passiert da eigentlich? Ein Volksaufstand? Jugendkrawalle? Autonome Traditionspflege? Oder ein bisschen was von allem?
Kaum ein westeuropäisches Land ist so im Arsch wie Griechenland. Der demokratische Aufbruch eines Perikles ist längst vergessen, das 20. Jahrhundert war auch für Griechenland ein Desaster: Kriege gegen Osmanen und Türken, deutsche Besatzung, Bürgerkrieg und Militärdiktatur.
Seit dem Sturz der Junta wechseln sich die beiden Großparteien an der Macht ab, Repression, Korruption und Klientelismus begleiten das nunmehrige EU-Mitglied auf Schritt und Tritt. Den Euro haben sie sich erschummelt, die Wirtschaft ist am Boden und das Bildungssystem miserabel. Der Stillstand ist spürbar. Ein paar Jahre zu spät fängt die konservative Regierung nun an neoliberale Reformen umzusetzen. Streiks sind an der Tagesordnung. Genug Gründe um ein Auto anzuzünden. Der Tod des Jugendlichen war der Funke, der zur Explosion führte. Die Botschaft ist einfach und nachvollziehbar: Uns reichts, wir haben nichts zu verlieren, ihr könnt uns alle mal kreuzweise. Die 600euro-Generation steigt auf die Barrikaden, 100erte Schulen sind besetzt, Polizeistationen werden angegriffen, Fernsehsender gestürmt und Ministerpräaidentenreden unterbrochen.
Sehen wirs mal optimistisch. Ein System dankt ab, der neoliberale auf Erdöl basierende Kapitalismus fährt die Welt mit Höchsttempo gegen die Wand. An der Peripherie der Trutzburg Europa brodelt es. Vielleicht der Beginn eines Aufstandes, oder doch nur logische Begleiterscheinung des Untergangs?
Ach ja, falls irgendwer daran gezweifelt haben sollte: mit der in Griechenland besonders gschissenen Polizei hab ich kein Mitleid. Ein Junge wurde erschossen und jetzt kriegen sie kräftig auf die Mütze. Gut so.
Re:Griechische Weihnachten
Dieses Exemplar eines amtshandelnden Exekutivorgans hält den Gummiknüppel verkehrt herum, damit es mehr weh tut..
Re:Griechische Weihnachten
Einen kleinen Anhang würde ich gerne noch posten: Die Revolte in Griechenland aus Sicht der MigrantInnen, erschienen auf indymedia.Sehr lesenswert.
http://de.indymedia.org/2008/12/236466.shtml
Re:Griechische Weihnachten
Alle diese Ereignisse in Griechenland sind ein großer Flecken.. Wirklich schade, dass solche Sachen immer noch passieren.
Re:Griechische Weihnachten
Vorgewerkschaftliches Arbeiten im Museum der Zukunft
erinnern, vor ziemlich genau drei Jahren an der Linzer Kunstuniversität, wo der AEC-Geschäftsführer Stocker öffentlich auf diese Dienstverhältnisse angesprochen wurde und ziemlich schnell die Nerven verlor. Genutzt hat's nichts.
Erst der Zusammenschluß einiger Menschen, die unter mittelalterlichen Bedingungen für das „Museum der Zukunft“ arbeiten, und das gemeinsame juristische Vorgehen gegDa wünsche ich ihm viel Glück, denn die legendär schlechten Arbeitsbedingungen im AEC werden wohl nicht mit ein paar finanziellen Verbesserungen zu beseitigen zu sein – da wurde bereits zuviel Glas zerbrochen; und auch besserverdienende AEC-MitarbeiterInnen nuzten oft und gerne die Chancen, in andere Einrichtungen zu flüchten und der so der AEC-Hackordnung zu entkommen. Sogar Linz09 ist mittlerweile ein beliebterer Arbeitgeber als das AEC!
Und was ich dem Herrn Watzl und seiner Partei, der SPÖVP, vor allem
wünsche: dass sich auch die MitarbeiterInnen anderer öffentlicher
Museen zusammen schließen und gegen die miserablen Bedingungen
kämpfen: sei es im AEC, im Posthof, im OK (gehört zum Land OÖ)
oder bei Linz09: denn auch in der Kulturhauptstadtorganisations-GmbH
dürfen nur einige wenige Leute angestellt werden, um die Statistik
nicht mir hohen Personalkosten zu belasten (die Dienst- und
Werkverträge für die restlichen Arbeitskräfte kann man leicht als
„Projektkosten“ verbuchen). ![]()
Kaum ein Sektor ist so stark vor prekarisierten Arbeitsverhältnissen geprägt wie der Kultursektor. Um so wichtiger ist es, die öffentliche Hand auf ihre Vorbildfunktion zu verweisen und mit allen Mitteln gegen die vorgewerkschaftliche Ausbeutung der Beschäftigten in den öffentlichen Kulturbetrieben zu kämpfen. Die Kulturhauptstadt 2009 wäre eigentlich ein guter Anlass.
Blog zum Thema von Andrea ME
http://andreame.at/node/185
Re:Vorgewerkschaftliches Arbeiten im Museum der Zukunft
"Die Kulturhauptstadt 2009 wäre eigentlich ein guter Anlass."
Kein Zweifel daran! Gute Artikel, Grüße zu dem Autor!
Briefe aus Thessaloniki 2
Dies ist der zweite Teil, den ersten Teil finden sie hier.
Gut aufbereitete Hintergrundinfos finden sie in der aktuellen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" (hier).
Mittwoch:
wollt gestern abend mal zum internetcafe, aber ich hab dann am weg dorthin doch wieder umgedreht, weil ich allein unterwegs war, und schon überall so gruppen der spezialeinheit gelauert sind, und die strassen mit brennenden barrikaden versperrt waren. nur so nebenbei. bargeld wird bei mir auch grad knapp, und ich hab morgen einen tierarzttermin, und im zentrum is es grad nicht möglich irgendwo einen funktionierenden bankomat zu finden.. das einzige was mensch da machen kann, is in einen randbezirk fahren und dort einen suchen.
ab heute streikten auch die griechischen fluglotsen, wie lange weiß ich nicht! Es waren bis jetzt jeden abend demos,.. die zu spätere stunde meist mit extrem viel tränengas, angegriffen wurden.. Wann der unibetrieb wieder los geht, weiss auch kein mensch. mal schauen was nächste woche noch alles passiert. ich könnt euch hier noch viele details, beobachtungen der situation schreiben. aber das wuerde in einem endlosenlangem mail enden. momentan fehlt ihr mir besonders, vor allem wenn ich zu den demos gehen will, weil mensch da wirklich mit vertraunsvollen personen unterwegs sein sollte. eine solche person hab ich zum glück, um nicht allein durch die strassen zu laufen, getroffen hab ich zwar viele auch auf der demo, aber oft war ich dann ganz froh nicht mit denen unterwegs zu sein.
wir haben uns abends nochmal zu zweit auf den weg gemacht, um zu schauen ob noch irgendwo eine versammlung, demo oder so ist. allgemein hat sich die lage schon ein bisschen beruhigt, die straßen sind wieder mehr befahren, einige läden haben ihre schaufenster schon wieder hergerichtet usw..
mittwoch nachts sind wir dann herumgelaufen, und es war keine demo und nix zu sehen, ein paar leute am unicampus die sich versammelt haben, die hauptstrassen nicht ganz unbefahren aber doch relativ leer. ich dachte schon, das is ja eigenartig, heute gar nix los, die ruhe vorm sturm oder mal ein day-off um wieder kraft zu tanken, um am nächsten tag wieder lautstark auf die strassen zu gehen. ja so grüppchen von der spezialeinheit waren hin und wieder an irgendwelchen ecken zu sehen, das auge gewöhnt sich ja dann schnell an solche bilder.. doch dann:
an einem eck ausserhalb des unicampuses, versammelten sich dann doch eine große gruppe an bullen. wir sind wie andere passant_innen auch mal unwissend stehen geblieben und haben die situation beobachtet. vom unicampus raus wurden dann mollis geschmießen, die teilweise in der baugrube zw. Campus und hauptstrasse landeten. die baugrube brannte.. auch vom unicampus innen stiegen rauchwolken auf. auf jeden fall, standen die bullen dem unicampus entgegen, und haben keine bemühungen gemacht die strasse, über die die molis geworfen wurden, zu sperren. so sind dann immer wieder unwissende passant_innen durchgelaufen, autos durchgefahren, 1radfahrer. usw.
die anderen leute die als beobachter_innen zu stelle waren, bemühten sich den auto, mopenfahrer_innen klarzumachen, dass es gefährlich sein könnte diese strasse gerade jetzt zu befahren, da eben grad brennende gegenstände über die strasse flogen und teils auf der landeten. ich dachte mir nur die sperren die strasse nicht, weil da riesen schlagzeilen entstehen könnten, wenn dann tatsächlich einE passantIn getroffen worden wäre. zum glück is das nicht passiert.
Später haben sie die strasse (eine grosse kreuzung mit von allen richtungen kommend 2spurige strassen) nur an einer stelle, nicht sehr übersichtlich, abgesperrt, was die auto-&mopedfahrer_innen, die von einer anderen seite zur kreuzung kamen, natürlich NICHT sahen, und die straße dadurch immer wieder gekreuzt wurde. später ist dann noch ein löschwagen gekommen und hat das feuer in der baugrube gelöscht. und es flogen auch keine gegenstände mehr aus dem unicampus raus. der bullentrupp ist dann auch schnell weg gewesen. Das wars dann so ziemlich fuer diese nacht. aufn unicampus waren dann noch mehrer menschen anzutreffen, ein institutsgebäude rauchte auch. wie das passiert ist kann ich nicht nachvollziehen.
Donnerstag:
die autos fahren wieder mehr oder weniger so wie sonst auch.
zumindest unter tags wenn keine demos sind! Heute war ein demoaufruf
für 17:00.
Es waren nicht so viele leute wie bei der riesen
montagsdemo, aber doch recht viele, gute stimmung, laut und
kraftvoll, und was sehr super war, es wurde wirklich daran
festgehalten, dass keine gebäude,geschäfte usw. mehr beschädigt
werden (im zentrum wäre ohnedies nimma viel übrig). diesmal waren
zwar auch wieder unterschiedliche leute, aber doch eher alle in der
selben altersgruppe (17- 35). und nur einmal wurde ein stein gegen
eine bank geworfen und da hat sich die ganze demo dagegen gestellt.
ansonsten kam es zu keinen zwischenfällen dieser art. diesmal wurde
die demo von massenhaft bullen begleitet, die meist im abstand von
ca. 100 metern hinter der demo gingen, aber schon immer wieder von
allen seiten drängen wollte, aber es ist keinE auf diese
provokation eingestiegen.
schön war auch, dass immer wieder leute auf ihren balkons, solidarität mit den demonstrantInnen geziegten. auch viele alte „omis und opis“, die wurden dann lautstark von den demonstrant_innen beklatscht und bejubelt. wirklich eine gute demo heute, zwar weniger leute als bei der ersten offiziellen großen demo, aber trotz schlechten wetters und regen genug leute, sehr bestimmt und stark und ohne wilde „randale“. echt gute stimmung! Die demoroute war lang, durch die östlichen stadtteile, abseits des zentrums. Und bis zu ende sehr sehr laut (ohne megafon). Anschließend gings noch zur besetzten Theaterschule wo ein öffentliches plenium stattfand.
ich hab mich aber nach dem langen marsch nachhause bewegt, [...], meine beine waren schon müde, hunger hat ich auch. und ich dachte mir, dass ich wahrscheinlich, wenn überhaupt, eh nur die hälfte vom plenum versteh. hier ist ja alles nur auf griechisch.
am samstag um 13:00 ist wieder eine große demo angesagt, mal
schauen!
„BATSOS, GURUNIA, DOLOFONI“
(bullen, schweine, mörder)
Briefe aus Thessaloniki 1
Dies ist der zweite Teil, den zweiten Teil finden sie hier.
Gut aufbereitete Hintergrundinfos finden sie in der aktuellen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" (hier).
Hallo!
Ich schildere euch hier kurz, eine sehr subjektive beschreibung der situation in Thessaloniki, das was ich heute so beobachtet hab.Da ich das ganze wochenende krank war, und leider noch immer ein bisschen bin, hab ich die meiste zeit im bett verbracht, und daher nicht von anfang an mitbekommen dass ein 16 jähriger von einem polizisten in athen ermordet wurde. Ich hab weder fernseher, internet noch radio zuhause. hab nur mal ein sms von einem freund bekommen das mich indirekt darueber infomiert hat, dass was passiert ist. Hab dann erst am nächsten tag (so) von ihm erfahren, dass ein bulle einen jungen burschen erschossen hat. Hab, dann auch im netz gelesen, auf dt.sprachigen seiten, indymedia usw.
Montag:
Der gesamte unibetrieb ist geschlossen, unter anderem im „auftrag“ des rektors. Viele leute waren heute am campus und haben sich, mit transpis und so auf die demo vorbereitet, infozettel hängen überall. Die spuren der vergangen nacht sind auch am unicampus deutlich zu sehen, splitter, kaputte fenster und vieles mehr.. als ich den unicampus heute mittag/nachmittags verlassen habe, kam mir eine gruppe (extrem) junger demonstrantInnen entgegen, schülerinnen im alter zw. 12 und 16, teils vermummt, und auch sie haben ihrer wut ausdruck verschafft. Viele schülerInnen gingen heute nachmittags auf die strassen. In der hauptstrasse und sonst eigentlich auch nahezu überall, sieht mensch zerstörte banken,geschäfte,.. teilweise ganze gebäude die offenstehen, weil die glasfasaden fehlen. die stimmung in der stadt, war heute extrem angespannt., aber mensch konnte auch deutlich die kraft des widerstands hier spüren.
Heute um 18:30 startete eine groß angekündigte demo in Thessalonikialoniki. Hab mich um diese zeit zum demotreffpunkt begeben, mit dem besuch aus österreich . es sind extrem viele leute gekommen, junge, alte..ganz ganz unterschiedliche! zu beginn waren ca. 5000 menschen, eine zahl die sich bestimmt im laufe der zeit verdoppelt hat.. mensch muss auch bedenken, dass die leute, die heute an der demo teilgenommen haben, nur die leute sind, die hier wohnen (Thessaloni hat knappe 1 mio. einwohnerinnen). Und in all den anderen mehr oder weniger großen Städten, gehen die leute auch auf die straßen!
die stimmung auf der demo war wahnsinn, extrem laut und stark und im vergleich zu dem was wir aus ösiland so kennen sehr radikal (zum teil). zu beginn bis zum meinem verlassen der demo, kein polizei aufgebot in direkter nähe der demo - das kam wahrscheinlich erst später. nach einiger zeit, hat sich die menschenmasse in bewegung gesetzt und ging die hauptstrasse entlang. bis zu meinem verlassen der demo, war kein einziger bulle zu sehen. erst beim verlassen der demo, habe ich gesehen dass sich vereinzelte grüppchen von der spezialeinheit der bullen hinter irgendwelchen ecken verschanzt haben (die anzahl, der polizisten wirkte nahezu lächerlich, im vergleich mit der anzahl an menschen die an der demonstration teilnahmen, und ja, auf mich wirkte es fast so als würden sich die bullen vor dem demozug verstecken).
es wurden gleich zu beginn banken, mcdonalds usw. zerstört - die stahlbarrikaden vor mcdonalds rurden einfach innerhalb von 2 min. aufgeflext. ich möchte hier gar nicht zu sehr ins detail gehen, die dimensionen des widerstands sind hier einfach ganz anders. - nicht so leicht mit worten beschreibbar, was mensch hier für eine kraft spürt. kein vergleich zu dem was mensch aus Österreich so kennt, aber ist auch ein schlechter vergleich in anbetracht mit dem, was passiert ist!
Am
meisten beeindruckt hat mich wirklich, dass alle möglichen menschen
da waren, ganz unterschiedlichen alters, usw.
zum einen
haben wir die demo verlassen, da sich mein begleiter schnell unwohl
fuehlte bei all den „randalen“, die so direkt vor uns
passiert sind. ja ich muss schon zugeben, es kann auch leicht
beängstigend sein, vor allem wenn mensch spürt, dass irgendwann
mal bullen mit massenhaft tränengas eingreifen (gestern, in der
nacht spürte eine freundin von mir tränengas, als sie auf
ihren balkon ging, ihre wohnung liegt nicht wirklich nahe der
gestrigen demostrecke, also mensch kann sich vorstellen, wie da
vorgegangen wurde) bzw. schon bevor das passiert, so ziemlich alles
neben einer brennt.
als wir auf der demo waren, wollte ich gar
nicht so schnell verschwinden, weil mich die kraft des widerstandes
faszinierte und weil ich mich in der masse von menschen, die sich
sehr schnell formatierte (nahe zu alle gingen mit eingehängten
armen, in reihen nacheinander) auch ganz sicher fühlte. doch im
nachhinein betrachtet wars glaub ich ganz gut, früh genug zu
verschwinden..
bin vor kurzem bei mir oben raus gegangen,
und hab von oben (weit oben) gesehen, das vieles unten in der stadt
brennt, rauchwolken überall, laute knaller, immer wieder brennende
gegenstände, die durch die luft fliegen. die stadt wirkt mit
ausnahme der demonstrantInnen leer, keine verkehr, keine autos auf
den strassen, keine gewöhnlichen passanten, keine menschen die aus
neugierde aus den balkons schauen. aber viele, sehr viele
demonstantInnen die widerstand und solidaritaet
zeigen! ich bin
schon gespannt, wie lange die uni geschlossen ist, was noch alles
passiert und vor allem wie die heutige demo ausgegangen ist.
ich
kann euch leider nicht mehr info schreiben zur zeit, wie gesagt,
hier nur mein ganz persönlicher eindruck, und meine perönliche
beobachtung der dinge!
Ich halt euch am laufenden..
widerstand & solidarität nicht nur hier sondern überall!
raus auf die strassen!!
Dienstag:
Ab heute
ist die ganze woche lang generalstreik in ganz gr., die schulen sind
geschlossen usw. werd mich dann mal auf machen, um info zu bekommen,
wie die demo in Thessalonikialoniki Ausgegangen ist. In Athen hats
ja viele festnahmen gegeben gestern.
Mehr weiss ich noch nicht!
Warum sich ein paar Leondinger nicht mehr so wohl fühlen
Fortsetzung:
Wie gesagt, Leonding ist eine Stadt zum Wohlfühlen. Auch ein Teil unseres Subversiv-Blogger-Teams ist in dieser Idylle aufgewachsen. In die Schule gingen wir aber in Linz, ein Grund warum sich heute in Leonding kein Feuerwehrmann mit Dreads findet. Andererseits hätten wir vielleicht keine ausgeflippten Frisuren, wenn wir in Leonding geblieben wären und uns ins Dorfleben integriert hätten. Aber egal. Als wir hörten, dass sich Leonding nun endlich (heuer) seiner Vergangenheit stellt und im Stadtmuseum (wunderschöne Location in einem der Türme der
Maximilianischen Befestigungslinie) eine Sonderausstellung zum Thema "Hitler und Leonding" organisiert wird, waren wir angenehm überrascht. Die Ausstellung ist nett und jedenfalls sehenswert (auch das berühmte Sofa steht dort). Viel Detail, wenig Zusammenhänge, aber wie gesagt sehr ok. Leondinger HobbyhistorikerInnen haben das Material zusammengetragen, begleitet wird das ganze von einer kleinen Vortragsreihe, in der ebendiese ihre Ergebnisse präsentieren. Keine Frage, dass wir uns einen Vortrag anhörten. Am 13.11. referierte Josef A. Kauer, der inoffizielle Stadthistoriker, der regelmäßig im Gemeindebrief zur Leondinger Geschichte schreibt, über Hitlers Leonding. Ein amateurhafter Vortrag, aber wie alles in Leonding ganz nett. Allerdings nur bis kurz vor Schluss.
Sein Conclusio war haarsträubend und skandalös, auch wenn das außer uns keinen zu stören schien.
Im Folgenden (sinngemäß) die wichtigsten Punkte seines Resümees:
- Vor allem die Appeasement-Politik Frankreichs und Englands habe den Aufstieg Hitlers ermöglicht
- Die Waffen-SS wäre zum Großteil eine ganz normale Kampfeinheit gewesen
- Urteile über die Beteiligten stünden uns "Nachgeborenen" nicht zu
- Nach 70 (!) Jahren Aufarbeitung sei es endlich an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen
- Frankreich z.B. hätte seine Verbrechen im algerischen Kolonialkrieg auch nicht aufgearbeitet
- Von den Menschen damals Widerstand einzufordern sei unangebracht, weil das einem Todesurteil gleichgekommen wäre
- Nach der Befreiung sind in Hörsching NS-Funktionäre mit Hakenkreuzsymbolen gekennzeichnet worden, das "ist ja dasselbe, was mit den Juden gemacht wurde"
Vor allem der letzte Punkt rief lautstarke Unmutsäußerungen unsererseits hervor, wie gesagt blieben wir damit aber alleine. Der Abend endete also mit einem Schock und auf die Wut folgte ein Anflug von Resignation. Nun gibt es zumindest drei Leondinger, die sich nicht mehr ganz so wohl fühlen. Trotzdem werden wir uns auch den nächsten Vortrag anhören. Alles weitere wird sich zeigen, eines ist aber sicher: Wir werden uns nicht in unser Großstadtidyll zurückziehen und das Dorf Dorf sein lassen. Einmischen ist angesagt! Wer Ideen hat ist herzlich eingeladen mitzumachen!
Re:Warum sich ein paar Leondinger nicht mehr so wohl fühlen
Yes they did it
Virginia, Colorado, New Mexico, Nevada - Südstaaten, Cowboyland, seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand, haben vorgestern gemeinsam mit allen swing states und den demokratischen Hochburgen Barak Hussein Obama zum ersten nicht-weißen Präsidenten der USA gewählt. Vor zwei Jahren noch undenkbar. Die höchste Wahlbeteiligung seit 100 Jahren und eine noch nie dagewesene Welle der Euphorie hat diesen historischen Schritt möglich gemacht. Und freilich George W., der unbeliebteste Präsident der Neuzeit, der acht Jahre lang den Boden dafür bereitet hat.
Darf sich ein Linker darüber freuen?
Obama kann nicht zaubern, auch ist er kein Sozialist, er wird den Kapitalismus nicht abschaffen, wird die gleichgeschlechtliche Ehe nicht zulassen, er wird kein schärferes Schusswaffengesetz initiieren und auch er wird nicht mit Osama verhandeln.
Trotzdem ist es eine Zeitenwende. Erstmals haben sich die demographischen Verschiebungen der letzten 20 Jahre auch auf ein Wahlergebnis ausgewirkt. Endlich dominiert nicht mehr das Land über die Stadt. Endlich sind auch die Jungen zur Wahl gegangen, und die Schwarzen und die Hispanics. Endlich ein Präsident, der eine zeitgemäße Biographie hat, teilweise im Ausland aufgewachsen ist, eine lukrative Karriere als Top-Jurist ausgeschlagen hat und für 12 000$ im Jahr als Sozialarbeiter tätig war. Wichtiger als die Person ist die Wahlbewegung, die ihn ins weiße Haus getragen hat. Wer die Videos von den spontanen Partys in den Straßen rund um den Globus gesehen hat, bekommt einen kleinen Eindruck, was politische Mobilisierung bewirken kann. Sogar George W. wurde um seinen unverdienten Schlaf gebracht, als Tausende das Weiße Haus umlagerten und ausgelassen feierten. Es war ergreifend zu sehen, dass sogar der alte Haudegen Jesse Jackson die Freudentränen nicht zurückhalten konnte.
Also um die Frage zu beantworten: Ja, ich freue mich. Scheiss auf linken Dogmatismus und Radikalkritik an allem und jedem, zumindest heute und morgen. Es ist nicht egal wer im Weißen Haus sitzt, es ist nicht egal ob Obama oder Bush/McCain die Verhandlungen über eine globale Regulierung der Finanzmärkte führen. Es ist nicht egal wer künftig mit den iranischen Mullahs über ihr Vernichtungsspielzeug verhandelt und es ist nicht egal wer das marode Gesundheitssystem reformiert. Wenn es so wäre hätten wir uns alle über Bush nicht aufregen müssen.
Einen Nebeneffekt hat die Wahlnacht allerdings auch gehabt. Österreichische Innenpolitik kann ich von nun an noch weniger ertragen, als das ohnehin schon der Fall war. Unpackbar und zum Glück für die Welt auch relativ irrelevant.
Auch NC vom Winde verweht
Nach längerer Auszählerei ist nun eine weitere Bastion des Südens gefallen. North Carolina wählte Obama.
Hallelujah
Ein neuer Höhepunkt der Daily Soap österreichischer Innenpolitik als Farce wurde definitiv am vergangenen Mittwoch, 03.09.08 mit dem Auftritt von Alfons Adam, seines Zeichens selbsternannter gottgesandter Spitzenkandidat der Kleinpartei „Die Christen“ (vgl. Kapitalismushygiene ) in der ZIB 2 erreicht.
Die Sehnsucht nach dichotomer Vereinfachung (vgl. Die Fratze des Bösen) liegt mir fern, doch drängt sich die Vermutung auf, dass dieser Herr ein direkter Abgesandter der Hölle ist (wo er sich wahrscheinlich besinnend auf seinen Namensvetter Adam, dem biblischen Ursprung des männlichen Geschlechts, zum Retter anachronistischer Männlichkeitsideale aufschwang).
Fassen wir die Fakten zusammen: Da wurde uns ein Herr präsentiert, der offensichtlich größte Mühe hatte, seine cholerische Ader vor der Kamera zu beherrschen.
Zunächst wurde den ZuseherInnen zugemutet, dass Rumpelstilzchen sich zur Frage der Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruches positionieren darf. Offensichtlich ohne jegliche sachliche Qualifizierung – wie auch bei den übrigen Themen, aber das qualifiziert ja offenbar gerade für unsere Soap – fordern die Christen, Abtreibung unter Strafe zu stellen. Nun ist ja bekannt, dass die Strafbarkeit von Abtreibungen noch nie zu einem Anstieg der Geburtenraten, sondern maximal zu höherer Frauensterblichkeit geführt hat. Abtreibung gab und gibt es immer schon – die Zeiten, in denen diese von EngelmacherInnen oder selbst, z. Bsp. mit Stricknadeln vorgenommen wurden, sind noch gar nicht so lange vorbei.
Im Falle einer Vergewaltigung sei prinzipiell auch das ungeborene Leben zu schützen, man müsse jeden Einzelfall eben genauestens prüfen – und das kann Herrn AA zufolge ja wohl nur bedeuten …. prüfen, ob überhaupt eine Vergewaltigung vorliegt. Und ob die betroffene Frau nicht möglicherweise selbst daran schuld sein könnte. Was muss sie sich denn überhaupt allein, ohne Begleitschutz oder Öffentlichkeit mit Männern treffen oder überhaupt außerhalb des familiären Rahmens bewegen?
Hauptanliegen der Christen ist es nämlich, dass „die Österreicher wieder mehr Kinder bekommen“ und dass diese Kinder „gesund an Geist und Körper heranwachsen können“. Was aber nur möglich ist, wenn Mann und Frau ihre „natürlichen und gottgewollten“ Rollen übernehmen, so Alfons Adam. Daher sollen Kindergrippen geschlossen werden, weil
die Babies (und die Ehemänner) ihre Mammies (bzw. Ehefrauen) zu Hause brauchen. Und staatliche Familienleistungen sollte es dann auch nur für solche Familien geben – ein unglaubliches Sparpotential tut sich auf, denn wie wir wissen, wird in Österreich fast jede zweite Ehe geschieden. Und wenn wir Patchworkfamilien als unnatürlich und nicht gottgewollt betrachten, sollten sie auch keine Familienleistungen erhalten?
Selbstverständlich soll es keine Anerkennung, geschweige denn Ehe für Homosexuelle geben. Homosexualität ist ja „eine Krankheit“. Wissenschaftlich kann Herr Alfons Adam diese Aussage zwar nicht begründen (nona), aber er bietet gleich geifernd an, „einen Kontakt herzustellen“: Man möge doch einen ihm bekannten „geheilten Homosexuellen“ in die ZIB 2 einladen, der die Sache dann eindeutig klären könne. Bitte nicht.
Schließlich gibt er noch seine nach eigenen Angaben von der Paneuropabewegung inspirierten Vorstellungen über die Entwicklung der EU preis. Er sei ein vehementer Befürworter der europäischen Einigung, aber keinesfalls in der jetzigen Form, wo Gender Mainstreaming als Staatsideologie aufgezwungen werde. Vermutlich würde er eine inhaltliche Kehrtwende des Gender Mainstreaming vornehmen, so er denn könnte. Nach allem, was wir bisher wissen, könnte die von den Christlichen intendierte Definition in etwa lauten:
Gender Mainstreaming. Seit dem Mittelalter bewährte Praxis, wobei die Hexen eines Dorfes (Gender=“soziokulturelles Geschlecht“=Frevel an der gottgewollten und natürlichen Geschlechterordnung, der sowohl von Männern, als auch von Frauen betrieben werden kann) mit einem Mühlstein um den Hals in den Hauptfluss eines Dorfes oder einer Stadt (Mainstream) geworfen werden. In Österreich bot sich für das
Gender Mainstreaming seit jeher besonders die Donau an. Daraus entwickelten sich eigene lokale folkloristische Traditionen und Ausdrucksformen, z. Bsp. die Bezeichnung für die Mühlsteine im Wiener Raum: die Donauwalzer. Oder so.
Nach der unglaublichen Vorstellung in der ZIB 2 bleiben drängende Fragen offen:
Was passiert mit jenen, die trotz der gottgewollten natürlichen HERRlichkeitsordnung nicht gesund an Körper und Seele aufwachsen können?
Wie konnten „Die Christen“ es nur auf den Stimmzettel schaffen? Bieten FPÖ und BZÖ nicht mehr ausreichend Identifikationsfläche, um das heimische Idioten-, Ignoranten-, Faschisten- und Nationalsozialistenpotential aufzufangen?
Da es sich bei den Christen offenbar um eine österreichische Variante der international gefürchteten Fundamentalisten handelt – warum kommt hier nicht § 278a StGB, Bildung einer kriminellen Vereinigung zum Einsatz? Man könnte Herrn Alfons Adam doch zumindest bis nach der Wahl einsperren, sagen wir für 100 Tage?
Und schließlich, ganz egoistisch die Frage – wenn es zu einer
Koalition ÖVP und „Die Christen“ kommt – was werden die dann mit mir machen? Mich einsperren oder Gender Mainstreaming?
Schade, dass bei so viel Sprengstoff die Kommunisten völlig untergegangen sind. Mirko Mesner hat nur durch platte, zwar ideologisch korrekt kommunistische, aber leider doch nur populistische Forderungen und einen eklatanten Mangel an allem, was in die Nähe von konkret oder fundiert kommen könnte geglänzt. Leider auch bei der Begründung für das Nicht - Zustandekommen eines Linken Bündnisses. Es riecht nach Scharmützeln und Schrebergartenpolitik. Aus größeren und kleineren Zusammenhängen wohl bekannt. Ja, nicht nur die SPÖVP hat Koalitionsprobleme.
Die Idee der Sendung war spannend: Die Verteidiger von Gottes Willen und natürlicher Ordnung mit den Verfechtern von Religion als Opium fürs Volk zusammen zu bringen. Rausgekommen sind Vier Fäuste für ein Hallelujah. Danke Armin Wolf.
Re:Kampf der Diktatur der Lerchen!
außerdem kommen eulen mit gespenstern viel besser klar!
Re:Kampf der Diktatur der Lerchen!
da kämpft noch jemand erfolgreich mit ::
http://www.tagesschau.de/schlusslicht/spaeterschulbeginn100.html
Re:Kampf der Diktatur der Lerchen!
Ja, wir Eulen tun uns zusammen!
Wir versuchen zur Zeit die ÖstereicherInnen zu mobilisieren
und hoffen, sie werden zahlreich auf dem künftigen Portal erscheinen.
Viele Grüsse
Ursus
Re:Kampf der Diktatur der Lerchen!
So, hier noch ein Nachtrag:
Das Portal ist eröffnet! Neu am Konzept ist, dass nun das gesamte deutschsprachige Europa angesprochen wird.
Viele Grüsse
Ursus
Morgenmuffel-Portal
Re:Kampf der Diktatur der Lerchen!