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Lebensweisheit


Das Geld macht alles möglich (Prediger 10:19, Einheitsübersetzung)

07.04.2009 by Hans Hochhaus, filed under Fussball, Messe, Lebensweisheit, Underground, Zeugen

Neulich schauten zwei freundliche Jehova-Damen bei mir vorbei. zeugen_damenSie ließen den “Wachturm” und eine Sonderausgabe “Erwachet!” zum Thema Geld zurück. Da ich schon lange ein Fan von den Zeugen war, stürzte ich mich sofort auf die Lektüre. Und wirklich, gleich der Einstieg war ein echter Kracher! Da stand: “Krankheitsbild: Geldsorgen. Neuerdings leiden weltweit immer mehr Menschen unter einer Art Geldkrankheit.” Ein britischer Fachmann für psychische Krankheiten hat sogar noch eine Fachterminologie parat - das “Money Sickness Syndrom”. Zum Krankheitsbild gehören “Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, unerklärliche Wutanfälle, Nervosität und negatives Denken.” Ich fühlte mich ertappt. Zumindest ein paar Symptome trafen haarschaf auf mich zu. Und dann zeugen_stadionwurde noch ein Forschungsbericht zitiert der herausfand, dass sich manche Menschen “von Geld stark motivieren oder kontrollieren lassen.” Ob der ganzen Wissenschaftlichkeit wurde ich schon recht verunsichert. Schließlich war dem Artikel noch ein Checkbogen angehängt: “Beherrscht Geld mein Leben? Das kann der Fall sein, wenn....”

☐ ich Angst habe, das Thema Geld überhaupt anzusprechen
☐ ich zu unvernünftigen Spontankäufen neige
☐ ich nicht sicher bin, wie viel ich wirklich verdiene
☐ Rechnungen häufig höher sind als erwartet
☐ ich mehr arbeiten muss, nur um Rechnungen zu bezahlen
☐ mir regelmäßig vor dem Monatsende das Geld ausgeht
☐ ich zwanghaft versuche, an viel Geld zu kommen       

Nun bin ich mir ziemlich sicher, dass der schnöde Mammon mein beichtstuhlLeben regiert. Im Weg zu Gott werde ich versuchen meine Geldsucht zu heilen. Vielleicht kann Gott meine Schulden reinwaschen?


Re:Das Geld macht alles möglich (Prediger 10:19, Einheitsübersetzung)

Posted by david at 14.01.2010 08:16
In 1848, at Cambridge University, Mr. H. de Winton and Mr. J.C. Thring, who were both formerly at Shrewsbury School, called a it training meeting at Trinity College, Cambridge with 12 other representatives from Eton, Harrow, Rugby, Winchester and Shrewsbury. An eight-hour meeting produced what amounted to the first set of modern rules, known as the Cambridge rules. No copy of these rules now exists, but a revised version from circa 1856 is held in the library of Shrewsbury School. The rules clearly favour the kicking game. Handling was only allowed for a player to take a microsoft exams clean catch entitling them to a free kick and there was a primitive offside rule, disallowing players from "loitering" around the opponents' goal. The Cambridge rules were not widely adopted outside English public schools and universities (but it was arguably the most significant influence on the Football Association committee members responsible for mcts questions formulating the rules of Association football).

Freiheitliche Mogelpackung

06.04.2009 by socke, filed under Linz, Lebensweisheit, Provinz

Unsere Freunde vom Ring freiheitlicher Jugend sind stacheldrahtwirkliche Lausbuben. Ein nicht mehr ganz neuer Aufkleber der blauen Dumpfbacken sorgt jetzt für Aufregung. Er zeigt eine Zigarettenpackung der "Gemischten Sorte", versehen mit dem Hinweis "Zuwanderung kann tödlich sein". Der Chefdirigent des Linzer Brucknerorchesters, ein Gastarbeiter aus Ohio, fühlt sich diskriminiert und hat Anzeige erstattet. Besonders ärgerlich ist, dass die stupide Propaganda mit Steuergeldern finanziert wird (der RFJ erhält 20.000 Euro vom Land OÖ). Der Umgang mit der Kritik ist dann wieder mal typisch österreichisch. Der RFJ ist sich keiner Schuld bewusst und argumentiert: "...bei der Zuwanderung ist es wie bei Zigaretten: Ein und zwei Stück sind nicht gefährlich, in größeren Dosen konsumiert allerdings schon." Die bösartige und absurde Gleichsetzung von MigrantInnen und einem Suchtgift sagt eh schon alles. Hört man sich die reflexartige Rechtfertigung der Landes-FPÖ an, wird einmal mehr deutlich, wie schwer es die Kameraden in unserer links-linken Mediokratie haben, denn auch Lutz Weinzinger darf burschisdas Kind nicht beim Namen nennen. Für ihn nimmt der Aufkleber Bezug auf einen Vorfall, "wo ein Zuwanderer von einem anderen Zuwanderer ermordet wurde." Klingt fast noch ein bisschen dümmer und ist es wohl auch, vom Widerspruch zu ersterer Erklärung mal ganz abgesehen. Die Beliebigkeit solcher "Argumentationen" und das zahnlose Desinteresse mit dem österreichische Medien sich für dumm verkaufen lassen, ist die eigentliche Tragödie. Blaue Abschottungsfantasien sind rassistisch, keine Frage. Vielleicht noch wichtiger ist aber, dass sie ein grundlegendes Element von Kultur und Zivilisation negieren, denn wenig ist in den Wissenschaften so unumstritten, wie die Tatsache, dass jede Kultur, jeder Fortschritt auch von Migration, Vermischung und Austausch geprägt ist. Migration ist konstituierender Bestandteil von Zivilisation und ich hab grenzekeine Lust wieder auf die Bäume zu steigen. Die blauen Kameraden sind entweder bösartig oder ungebildet, womöglich sogar beides. Vielleicht sollten wir z.B. Kärnten abtrennen und ein paar Jahrzehnte Abschottung erproben lassen. Das darauffolgende böse Erwachen wäre heilsam für das ganze Land.

Wer nicht solange warten will, kann hier protestieren.


geister fahren!

07.12.2008 by Kurto, filed under Linz, Lebensweisheit, Theorie

nicht nur landeshauptmänner stellen im strassenverkehr eine ernste gefahr dar. nirgens gibt es so viele geisterfahrer wie in österreich und nirgens gibt es so viele krude begründungen, warum österreich noch nicht so weit sei. zum beispiel für homoehe oder kreisverkehr. gestern irritierte uns eine meldung im ö3-verkehrsfunk, die während 35 minuten 5 mal wiederholt wurde und in der letzten ansage so klang: "achtung, achtung, ein geisterfahrer ist auf der A7 der mühlkreisautobahn zwischen knoten linz und der vöest unterwegs. die polizei versucht seit einer halben stunde die 12 km-strecke abzufahren. wir, die geübten rechner, wunderten uns über die durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h der streife. und dann, wie immer, "der geisterfahrer hat die autobahn verlassen". wie macht das der geisterfahrer? überlegt euch das mal genau. das ist eine finte. jedenfalls fuhren wir 6 stunden später wieder die a7 entlang, in die gegengesetzte richtung, und wieder (derselbe?) geisterfahrer. die polizei sperrte 2 tunnel und so weiter ...

aufnahmen von geisterfahrern gibt es auch. wer angst im strassenverkehr hat, sollte sich folgendes video

lieber entgehen lassen.


Re:geister fahren!

Posted by hans einstein at 08.12.2008 16:19

das mit dem geisterfahrer hängt fundamental vom blickwinkel ab. so können es auch mal mehr werden. das habe ich mir mal gedacht, als in rumänien auf unserer spur plötzlich einige autos angefahren kamen.

Re:geister fahren!

Posted by mhoo1 at 02.02.2010 07:45
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Von Affen und TalibanInnen

31.10.2008 by socke, filed under Lebensweisheit

Am Dienstag wählen die USA einen neuen Präsidenten. Nichts Neues, seit über einem Jahr wird wahlgekämpft. Einmal mehr werden evangelikale Christen (etwa 20% der Wahlberechtigten) den Urnengang entscheiden. Obama hat überhaupt nur deshalb Chancen, weil auch die gottesfürchtigen Fundis um ihren Kontostand bangen und Mc Cain wirtschaftspolitisch nichts zutrauen.

Evangelikale sind noch unheimlicher als herkömmliche Christen, weil sie doch tatsächlich die Bibel beim Wort nehmen. Freaks also, Abtreibungsgegner, Hardcore-Individualisten, homophobe und rassistische Mittelklasse. Sie sehen die Vereinigten Staaten als das neue Zion, sie fühlen sich von Gott auserwählt und berechtigt den Rest der Welt ins Licht zu führen. Zu Hause sind sie im sogenannten Bible Belt  bible beltzwischen Texas und Virginia und zu Hause unterrichten sie auch oft ihre Kinder, um sie vor den schädlichen Einflüssen staatlicher Schulen zu bewahren. Seit den 80er Jahren sind sie wieder auf dem Vormarsch, mächtiger und einflussreicher denn je. Dabei waren sie schon einmal geschlagen, von der Vernunft besiegt, der Lächerlichkeit preisgegeben. 1925 war das, in Dayton, Tennessee. Der Lehrer John Thomas Scopes stand vor Gericht, weil er in Biologie die Evolutionstheorie nach Charles Darwin unterrichtete. In Tennessee war das seit kurzem verboten, weil ja Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat, vor ungefähr 6000 Jahren. Und der Mensch wurde natürlich nach seinem Ebenbild geformt und ist sicher keine zufällige Weiterentwicklung irgendwelcher Primaten.affe Scopes wurde zu 100 Dollar Strafe verurteilt, der Prozess war trotzdem ein Meilenstein, denn Gott blieb die Beweisführung schuldig, die Vertreter der Anklage blamierten sich im Zeugenstand und die liberale Presse beider Küsten machte sich wochenlang über die einfältigen Hinterwäldler des Südens lustig scopes trial(zu sehen unter anderen in einem großartigen Film mit Spencer Tracey). Politisch waren die Fundis damit erledigt. Auf Jahrzehnte, bis ein gewisser George Bush senior mit ihrer Hilfe zum Präsidenten gewählt wurde. Wichtigstes Anliegen der neu formierten radikalen Christen ist neben der Abtreibungsfrage die Rückkehr der Schöpfungslehre an die amerikanischen Schulen. Kreationismus und Intelligent Design heißen die pseudowissenschaftlichen Disziplinen, die sich dem 6-Tage-Märchen verschrieben haben. darwin  

Es wird spannend, wieder einmal muss sich auch der alte Darwin einer Wahl stellen. Vote for Charles and fuck religion!  

 


Re:TalibanInnen

Posted by kle2 at 01.11.2008 19:19

Sehr geehrte Socke,
der Plural von "Talibaan" ist "Talibanette".

Re:Von Affen und TalibanInnen

Posted by giro at 02.11.2008 18:20

wohl eher noch talibaneuse, aber weibliche taliban können eh nicht lesen und schreiben..

Bilder auf Ebay

23.10.2008 by gudrun_tieraerztin, filed under Lebensweisheit

...Bilder die in den kommenden Tagen/Wochen/Monaten sicherlich nicht auf ebay versteigert werden...

Vol. 1:

 

 

 

 

                          kinderzeichnung

 

 

 


ein euro fünfzig

22.10.2008 by Kurto, filed under Lebensweisheit, Theorie

die letzten wochen zeichneten sich durch eine schreckliche desolidarisierung aus. während regierungen rund um die uhr arbeiteen und sich um die rettung des okonomischen flows bemühten, lehnen sich die bevölkerungen zurück und legen ihr erspartes auf sparbücher.

nach einem kassasturz möchte ich diese passivität nun durchbrechen und zu einer bieterInnengemeinschaft zum ankauf der aua aufzurufen. ich steig mit einem euro fünfzig ein.

angebote bitte hier deponieren, vielleicht können wir nach linz schon mit sub-air fliegen oder dort jumbo-mäßig übernachten. bitte nur ernstgemeinte angebote!


Re:ein euro fünfzig

Posted by marry at 15.01.2010 07:27
Thanks for the above valuable information. I would like to guide the people whom are seeking for a good job. 1st and foremost important thing is that you have to attain jncia training and have to clear the most important jncia exams but do not forget to take help from the security+ questions to take a grip on your knowledge.Remember your qualification is your strength.

Blogliturgie und Wahlergebnis

29.09.2008 by kle, filed under Niederlage, Lebensweisheit
Wahlkampf ist ein bissi wie Kiffen: auf Dauer macht es müde. Zum Glück also ist die Gaudi vorbei, schließlich benötigt der semiprofessionelle Medienkonsument etwas Zeit, um sich auf die noch seltsameren US-Wahlen im November vorzubereiten. Dort macht es einem das besonders doofe System wenigstens einfacher: es gibt nur 2 Kandidaten, zwischen denen man sich entscheiden muss, und die Entscheidung fiele dem gemeinen EU-Bürger leicht. Wenn er denn wählen dürfte.

Aber: die Liturgie des politischen Blog ist streng und verlangt ein wenigstens kurzes Eingehen auf das Wahlergebnis zur österreichischen Nationalratswahl 2PaterWilli008.

Zuerst das Gute: Wilhelm Molterer (oder „Pater Willi“, wie Jörg Haider und ich ihn nennen) ist endlich weg. Ein tapferer, kleiner Mann, dessen by-any-means-necessary-Haltung ich am Schluss schon fast respektvoll goutierte. Immerhin haben er und die Plassnik sich recht konsequent mit der Krone angelegt. Nichtsdestotrotz: endlich ist sie weg, die Zwiederwurz'n.

Dann das Zweitschlechte: Herr Dichand und seine Partei haben "gewonnen". Das finde ich persönlich und ... äh... „demokratiepolitisch“ (das ist mir jetzt unangenehm) sehr bedenklich. Aber Darth Fader gewinnt nun mal gerne, und Werner Skywalker wird schon noch sehen, was er daOnkelHansvon hat. Frühestens 2009 (eher später) will die EU wieder eine Abstimmungsrunde zu einem abgeänderten EU-Vertrag angehen, spätestens dann wird Herr Dichand den Preis für seinen Support fordern. Wahrscheinlich aber früher.

Dann das wirklich Schlechte: die rechtsextremen Schwesterparteien BZÖ und FPÖ haben gemeinsam fast 30% der Stimmen errungen. Das kann man jetzt natürBZÖ_FPÖlich mit „Proteststimmen“ begründen, es als „Denkzettel“ für die „Streithanseln“ interpretieren. Oder aber man sagt: ein Drittel der ÖsterreicherInnen trägt latent rechtsextremes Gedankengut mit sich rum. Was wiederum auf eine weitere Schlechtigkeit verweist: das Potential für bürgerlich-linke oder liberale Parteien scheint nicht recht viel mehr als 10% zu betragen. Zumindest deckt sich diese vorsichtige Mutmaßung des Herrn Filzi (der Prohaska der Innenpolitik) mit meiner lebensweltlichen Wahrnehmung des Wahlmobs.

Was das für uns (schreibtischarbeitende, suchtmittelgesetzumgehende, mehrheitsösterreichische, sozialversicherte BerufssuderantInnen) bedeutet: herzlich wenig. Für die, die jetzt schon in der Scheiße sitzen, wird’s aber sicher nicht besser: AsylwerberInnen, MigrantInnen, Prekarisierte, ArmutsgrenzeunterschreiterInnen, formal schlecht Gebildete.

Zum Schluss noch - Mein Koalitionstipp: Rot-Schwarz. Was wäre cool: Minderheitsregierung. Was sollte wirklich hurtig angegangen werden: Bleiberecht, Fremdenrechtsreform, Bildungsreform. Diese Sache mit dem Finanzkapital, dem sogenannten. Und das mit der Prohibition... aber davon träum' ich nicht einmal mehr. Goverments suck!


Man darf Dämlichkeit nicht mit Doofheit entschuldigen

09.09.2008 by kle, filed under Niederlage, Lebensweisheit
Mag sich meine Blogger-Kollegin auch über die Christen ärgern: der Wahlkampf ist eine rechte Freud' für mich! Ich ergötze mich nämlich nicht am „fairen Wettkampf der Ideen“, sondern natürlich an dem, was einen Wahlkampf eben ausmacht: performatives Vermitteln von Emotionen, Zugehörigkeiten und Distinktionen, fallweise untermengt mit diffusen Inhalten. Schlammschlacht, Quotenprostitution, Wahlstrategenterrorismus. Orientiert am Wahlmob. Wobei sich der Teufelskreis schnell offenbart, aber die Henne-Ei-Frage nicht beantwortbar ist: müssen unsere PolitikerInnen sich so dämlich gebären, weil das Wahlvolk doof wie Sauerkraut ist oder ist das Wahlvolk doof wie Sauerkraut, weil sich die PolitikerInnen so dämlich gebären? WählerstimmenLetztendlich wohl kein Teufelskreis, sondern des Beelzebuben Spirale. Jeder Wahlkampf macht die WählerInnen noch doofer, jede Doofheit zwingt PolitikerInnen zu größeren Dämlichkeiten.

 

Eine Binsenweisheit, gerade für das kleine liberale, intellektuelle, linke, ... Segment der österreichischen Wählerschaft. Gerne entschuldigt die sozialdemokratische Fraktion dieses Segments den moralischen, politischen und intellektuellen Niedergang der SPÖ mit ebenjener Doofheit der WählerInnen – wolle man zumindest das Schlimmste (die ÖVP?) verhindern, müsse die Partei eben vorbehaltslos mit an der Spirale schrauben und aktiv in den Niederungen der österreichischen Seele um Stimmen buhlen. Sicher sei das eklig, aber ansonsten bräuchte man ja nicht einmal antreten zur Wahl...

 

STOP! Das muss ja einmal ein Ende haben! Man darf Dämlichkeit nicht mit Doofheit entschuldigen! Wer glaubt, dass man die Wendewendewendepolitik der SP strategisch rechtfertigen kann, wer argumentiert, dass der Kniefall vor Dichand natürlich peinlich, aber letztendlich berechtigt (weil siegbringend) ist, der verdrängt eines: dSP_ist_Dichander Sieg einer solchen Partei ist nicht der einer linken Partei, die sich im Wahlkampf halt opportunistisch gibt, sondern der einer opportunistischen Partei, die sich nicht einmal im Wahlkampf links gibt. Ein roter Kanzler mag uns zwar aus doofen (siehe oben) Gründen besser vorkommen als ein schwarzer, aber politisch ist das dann angesichts der inhaltlichen Verluste kaum noch argumentierbar.

Deshalb noch einmal: man darf Dämlichkeit nicht mit Doofheit entschuldigen!

 


Re:Man darf Dämlichkeit nicht mit Doofheit entschuldigen

Posted by avanoah at 16.01.2010 06:11
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Die Fratze des Bösen

01.09.2008 by socke, filed under Lebensweisheit, Theorie
München TerroristWie so oft, wenn professionelle Couch Potatoes abends ein Glas Wein trinken, werden die TV- Highlights der vergangenen Woche besprochen. Alle haben Spielbergs Film "München" gesehen. Der Streifen handelt von den Vergeltungsmaßnahmen des Mossads nach der blutigen Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in der bayrischen Hauptstadt. Damals brachten palästinensische Terroristen des "Schwarzen September" 11 israelische Sportler in ihre Gewalt. Die Aktion endete in einem Blutbad, alle Olympioniken, fünf Terroristen und ein Polizist starben im Kugelhagel. Der darauffolgende israelische Rachefeldzug ging als Operation "Zorn Gottes" in die Geschichtsbücher ein. Nach und nach wurden die vermeintlich Verantwortlichen vom Mossad liquidiert.

 

böser WeihnachtsmannEine liebe Freundin zeigte sich bei der Filmbesprechung erstaunt über die sympathisch wirkenden PLO- Aktivisten, die die Bombe unter ihrem Bett scheinbar gar nicht verdient hätten. Ganz "normale" Männer, höflich, umgänglich, Familienväter - genau wie die israelischen Agenten auch. Da stellt sich die Frage: gibt es das Böse überhaupt? Die Dichotomie zwischen Gut und Böse bedient eine ureigene menschliche Sehnsucht nach Sicherheit, nach Klarheit. Gott ist gut, der Teufel böse. Dazwischen gibt's nichts, kein Platz für Schattierungen, Graustufen und differenzierte Sichtweisen. Wie einfach wäre das Leben, wenn diese christliche Schwarzweiß- Sicht funktionieren würde. Die einzige Herausforderung für die "Guten" bestünde dann darin, das Böse oder die Bösen zu erkennen und dann zu bekämpfen, zu verachten, nicht zu grüßen, aus der Partei auszuschließen oder im Bedarfsfall auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Als Kinder werden wir in dieser gefährlich- naiven Weltsicht sozialisiert. Das Erwachsenwerden konfrontiert uns dann immer öfter mit der grauen Realität. Klar hat der Mann Böses getan, aber warum? Weil er böse ist? Weil sein Vater schon böse zu ihm war? Gibt es etwa gute Gründe böse zu sein und ist das dann überhaupt noch böse? Jemanden zu töten ist eigentlich ein böser Akt. Hitler zu töten wäre eine Heldentat gewesen.
 
Die Aufklärung hat das dichotome Bild etwas relativiert, zumindest der Bildungselite ist klar, dass Gut und Böse keine Zustandsbeschreibungen und schon gar keine Wesensdefinitionen sind, sondern, den individuellen Handlungsspielraum der Menschen beschreiben. Karl Jaspers StraßeGeht es nach Karl Jaspers ist nicht das Ergebnis einer Handlung entscheidend für deren moralische Kategorisierung, sondern das Motiv, der Antrieb und die Mittel. Wer also aus niederen, triebhaften Motiven handelt, handelt böse, egal was dabei rauskommt. Umgekehrt spielen die oftmals verheerenden Konsequenzen von "gut gemeinten" Aktionen keine Rolle für deren Bewertung.

Rupert NeudeckRupert Neudeck ist so ein guter Mensch. So sieht er sich wohl selbst und auch Jaspers würde ihm dies bescheinigen. Mit seiner Hilfsorganisation Cap Anamur sammelt der zweifellos sympathische Aktivist Geld, um im Sudan Sklaven freizukaufen (Ja, Sklaverei gibt's noch und ein Ende ist nicht abzusehen). Für die einzelnen freigekauften Individuen bedeutet das die Rettung, sie werden wieder in ihre Dörfer zurückgebracht. Für das Problem der Sklaverei im Sudan insgesamt sind die Folgen derartiger Aktionen fatal, denn schon bald bildete sich ein regelrechtes Geschäftsdreieck heraus. Die NGOs sammeln Geld und bezahlen für die Ware Mensch, Zwischenhändler streifen einen guten Teil der Spenden ein und professionelle Menschenfänger sorgen für genug Nachschub. Die gut gemeinte Aktion führte zu einem dramatischen Anstieg der Verschleppungen, das Problem wurde verschärft, anstatt gemildert. Böse, oder nicht?


Re:Die Fratze des Bösen

Posted by avanoah at 16.01.2010 06:16
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Die Klassenlotterie

13.08.2008 by kle, filed under Niederlage, Lebensweisheit

Mein subversives Potential erschöpft sich in einer rebellischen Adoleszenz und der nachhaltigen Umgehung des Betäubungsmittelgesetzes. Immerhin, möchte ich betonen, denn manche sind einfach nur so doof. 

Lotto Trainer

Der Werdegang ist also klassisch, vom Klein- zum Bildungsbürger, mit einigen Jugendsünden (ich habe z.B. im Jahr 1999 einmal die SPÖ gewählt, um Schwarz/Blau zu verhindern und habe mich auch manchmal ohne jeden Grund gerauft; für beides schäme ich mich sehr). Es verwundert in Folge nicht einmal mich selber, dass ich ohne einen Wimperzucker etwas wechsle, das manche Altvorderen „Klasse“ nennen. Also vom unmotivierten Arbeitnehmer zum unmotivierten Jungunternehmer (aka „Neuer Selbstständiger“) mutiere. Unfreiwillig, weil es mir wie vieles im Leben halt so passiert und die zufällig anwesende Abendessenrunde mich einhellig darin unterstützt hat. Und diese ganze Klassenrhetorik ja eh tendenziell großer Humbug ist.

Und jetzt stehe ich da, als umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer mit SVA-Selbstversicherung, Angst vor der Einkommenssteuerprüfung und dem festen GEldVorsatz, nie wieder krank zu werden. Weil soviel verdienen, dass ich mir 20% Selbstbehalt beim Arzt leisten kann, möchte ich eigentlich gar nicht. Ich bin nämlich insgeheim der Meinung, dass Verdienste im vierstelligen Eurobereich die Unmoral fördern sowie überhaupt deppert machen können. 

Dass die arbeitsteilige Gesellschaft ihre Produktivkräfte auch durch individuelle Initiative zu neuen Höhen der Entfesselung führen muss, glaube ich Euch sofort. Sogar als guter Sozialist, der ich nicht bin. Aber eigentlich will ich damit nichts zu tun haben und ich sag's euch gleich: mit mir wird kein Wirtschaftswachstum bestritten und keine Rezession abgewehrt. Einberufen könnt ihr mich, aber wenn's ernst wird leg` ich mich auf die Couch und tu' das was ich am besten kann: ich umgehe das Betäubungsmittelgesetz.

 

 

 


Re:Die Klassenlotterie

Posted by socke at 14.08.2008 10:09

die zufällig anwesende abendessenrunde lehnt jede verantwortung für deinen klassenverrat ab.

Re:Abendessenrunde

Posted by kle at 14.08.2008 12:05

Die Abendessenrunde hieß mich freudig in ihrem Kreise willkommen!