Volksfest
Die USA, der 4.November 2008 und warum die Welt nun tatsächlich ein besserer Ort ist
Am 4.November 2008 hielt die Welt den Atem an: unzählige Menschen strömten in den USA zu den Wahllokalen, hofften auf Glück bei den Wahlmaschinen und auf eine historische Wende zum Besseren. Schliesslich ging's diesmal wirklich um was - selten ließ sich die Welt so klar in "gut" und "böse" unterteilen: auf der einen Seite die Stimme der Vernunft, Wissenschaft und Würde, auf der anderen Seite Rückwärtsgewandtheit, Fundamentalismus und Verblendung. Und - als trotz guter Vorzeichen eigentlich schon niemand mehr so recht dran glauben wollte (man traut den Amis ja ALLES zu) - dann geschah das Wunder, der Schritt nach Vorne, der Durchbruch in eine bessere Welt: am 4.November 2008 wurde demokratisch entschieden, dass in Massachusetts, USA von nun an der Besitz von bis zu einer Unze (ca. knappe 30 Gramm) Marihuana nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden darf. Allenfalls eine Verwaltungsstrafe von max. 100$ ist drin.
God Bless America!Massachusetts Ballot Question 2
Voters approve marijuana law change
Weint doch.
Von Waldstein und Wailand, Finanzbildungsbürgertum, geldverteilenden Regierungs-Negerlein und raschen Reaktionen
Es gibt da dieses wunderbare österreichische Monatsmagazin für den persönlichen Vorteil - erhältlich in allen Trafiken. Dies Magazin bedient eine Zielgruppe, die unter anderem von Beat Weber und Martin Schürz in ihrem im April 2008 erschienenen Buch Das Wissen vom Geld ausführlich beschrieben wurde:
Früher war Ökonomie eine Angelegenheit für Experten. Soziale Sicherheit war zentrale Aufgabe des Wohlfahrtsstaates. Heute wird soziale Sicherheit zur Privatsache erklärt und wir werden ermahnt, zu Fachleuten in Finanzangelegenheiten zu mutieren, um den Weg zum persönlichen Glück auch finanzieren zu können. Ein Finanzbildungsbürgertum ist auf dem Vormarsch, das Finanzwissen für den Schlüssel zum Erfolg hält.
Abgesehen davon, dass jenes Monatsmagazin auch hier im Blog bereits euphorisch zitiert wurde, besitzt es zwei gutaussehende Herausgeber: den Herrn Georg Waldstein und den Herrn Professor Doktor Georg Wailand. Es klafft zwar anscheinend eine unauffällige Lücke zwischen den akademischen Graden von Georg & Georg, trotzdem gestalten Waldstein & Wailand in jeder Ausgabe ein gemeinsames Editorial. Jeder eine halbe Seite. Da wird dann üblicherweise militant herumpolemisiert - für mehr privat und weniger Staat, gegen jegliche Steuern und Gebühren, für Heil und Erlösung durch den Markt und gegen alles, was den oberflächlichen Anschein erwecken könnte, es würde immer noch sowas geben wie eine österreichische Sozialdemokratie.
Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen und Monate sind die beiden natürlich in einer - gelinde gesagt - etwas unpässlichen Situation. Überall wird in einem bisher nicht gekannten Ausmass verstaatlicht oder zumindest staatlicherseits das Riskio "garantiert". Die angeblich ganz automatisch für das bestmögliche Wohl aller sorgende "unsichtbare Hand des Marktes" sorgt nur mehr für Panikreaktionen. Aber: Innehalten gilt nicht, jeglicher Zweifel unangebracht, Flucht nach vorne, hoch lebe das irakische Informationsministerium: "Be assured Baghdad is safe, secure and great." In Folge kam es vermutlich zur Gestaltung folgender Seite:
Ist es eine Art Amok-Lauf? Herr Waldstein ist ganz ausser sich und deliriert in seinem kurzen "Gleichnis" geschlagene 21 mal über verschiedene Arten von "Negerleins". Um uns irgendwas näherzubringen. Oder auch nicht. Was wohl als eine Art verzweifelter Schlag ins Gesicht der "Political Correctness"™ gemeint ist, könnte eventuell eher einem finanzbildungsbürgerlichen Harakiri gleich kommen. Beziehungsweise: Könnte vielleicht jemand diesem Provo-Charme-Bolzen die Brille oder sonstwas von seiner delirierenden Fresse retouschieren?
Und der Herr Professor? Der schliesst am Ende seines trotzig-weinerlichen Pamphlets mit folgendem weisen Resümee:
Marktwirtschaftliche Systeme brauchen auch Regeln, aber ihr grosser Vorzug ist, dass sie rasch reagieren.
Na, da sind wir aber froh, dass die rasch reagieren, die marktwirtschaftlichen Systeme. Vor allem in den letzten Wochen und Monaten haben wir erlebt, wie schön rasch die reagieren, diese Systeme. Egal wie - aber es ist ausserordentlich wichtig, dass besonders rasch reagiert wird.
Eventuell sollte vor allem auf derartige Editorial-Freakshows rasch reagiert werden. Wobei: nichts gegen Freakshows, nicht grundsätzlich zumindest.
Aus der Hohen Bude
Das österreichische Parlament wählte heute Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten. Ein Großteil der SP-Fraktion (gemeinsam mit der ÖVP, der FPÖ, dem BZÖ) stimmte für ein Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft Olympia, die zahlreiche und beste Kontakte zu neonazistischen Personen und Organisationen pflegt. Ob dies nun als starkes Zeichen der Toleranz und der Demokratie zu werten sei, wie es Herbert Kickl (FPÖ-Generalsekretär) im Parlament beschwor, werden wohl auch die verrücktesten SPÖ-lerInnen bezweifeln. Hingegen könnten einige SPÖ-Parlamentarier die Wahl als eine “moralische Großtat” (ebenfalls Kickl) empfinden. Die Erste Präsidentin des Nationalrats Barbara Prammer (SPÖ) übt sich folgerichtig in der ZIB2 im absurden Spagat. Es sei nun, dank der Wahl von Martin Graf, zu einer Debatte über die eigene Vergangenheit gekommen. Außerdem gäbe es verstärkt den Auftrag sich mit der Zeit des Nationalsozialismus zu beschäftigen. Hier könnte der Verdacht aufkommen, dass sie dabei in erster Linie die Grünen ins Visier nimmt, die als einzige Fraktion gegen die Wahl von Graf mobil machten. Im Parlament nahm zuvor Ewald Stadler (BZÖ) die Grünen ganz konkret ins Gebet und wünschte sich keine Sippenhaftung für Graf, wegen dessen Vereinszugehörigkeit zur Olympia. Schließlich, so Stadler, habe dies in finsteren Zeiten schon einmal zum Verhängnis geführt. (siehe: Retourkutsche) Die armen rechten Recken werden stets verfolgt und ausgegrenzt, das hat sich wieder einmal eindrucksvoll bestätigt.
Dirty Diana
Als erster Schritt ein BZÖ-Landeswahlkampf 2009, der auf dem Mythos eines Toten aufbaut („Jörgl schau oba“). Kärnten liegt darnieder in Heldenverehrung. Ein Elton-John-Double singt tagein, tagaus „Candle In The Wind“. Wahlsieg des BZÖ; Dörfler übernimmt legitimiert von einer Absoluten die Landesführung, im Hintergrund zieht Petzner die Fäden. Erste politische Handlung nach Amtsantritt: Errichtung einer überlebensgroßen Stute von Petzners „Lebensmenschen“ vor dem Landhaus. Verkleinerte Kopien werden im Laufe der Zeit allen Gemeinden Kärntens zur Verfügung gestellt, Bedingung ist die Umbenennung der Hauptplätze in Dr.-Jörg-Haider-Plätze. Einzelne Exemplare werden bis nach Libyen und Nordkorea exportiert. Nach nur wenigen Monaten hängt in allen Kärntner Wohnzimmern ein Bild von Haider mit Heiligenschein, vorzugsweise im Herrgottswinkel. Das Bärental wird zur Erlebniswelt „Haiderland“ mit Museum, Achterbahn und Bu(r)schenschank. Bereits 2011 werden 71 Prozent aller männlichen Neugeborenen „Jörg“ getauft. 2013 löst sich die SP selbst auf, ein Jahr später die Volkspartei. Ein Rest Freiheitlicher bildet die Opposition und wird als „Linksabweichler“ zuerst diskreditiert und schließlich vom orangen Mob gejagt. 2015 gilt Kärnten als „slowenenfrei“, bis 2018 als „ausländerfrei“. 2021 hat Petzner seine erste Jörg-Erscheinung und schwingt sich zum absoluten Landeshauptmann von Gotten Gnaden auf, gelenkt vom seligen Propheten Jörg Haider himself. Pilger rutschen auf Knien von Kärnten nach Bad Goisern in die „Geburtskirche“. Der Opus-Dei drängt im Vatikan heftig auf eine Heiligsprechung von „Sankt Jörg“ (so heißt jetzt auch die Landeshauptstadt). 2028 erklärt sich Kärnten unabhängig, tritt aus Österreich sowie der EU aus. Wien überlegt die Sendung von Bundesheersoldaten zur Rückeroberung, ist aber letztendlich eh heilfroh. Einige Monate später anektiert „Vater Petzner“ auf direkten Befehl Gottes Slowenien. „Nach Osten“ flüstere im der Prophet Jörg im Schlafe zu, und Petzner folgt. Trotz Hautkrebs!
Erst 2031 hat der Spuk ein Ende: die NATO schickt Flugzeugträger in die Adria, schwere Bomber verwüsten die im ganzen Land errichteten Schreine und Altäre. Internationale Friedenstruppen schießen auf alles, was noch zuckt. Doch erst die Drohung, die Reliquien des inzwischen tatsächlich heiligen Jörg im slowenischen Boden zu vergraben, lässt Petzner und die letzten Gotteskrieger aufgeben. Den Haag wartet schon.
Bilder einer Tragödie
Schreckliche Szenen spielen sich an den Börsen weltweit ab. Die Blase ist geplatzt und reißt abertausende engagierte und idealistische Börsianer in den Abgrund. Solidarität ist angebracht.
"Sechs Milliarden Dollar wurden unter Führung Morgans der New Yorker Börse zur Verfügung gestellt, um weitere Kursstürze zu verhindern. Die letzten Tage waren die aufregendsten, die Amerika je erlebte. Weit über fünfzigtausend Existenzen wurden mit einem Schlage vernichtet, die Zahl der gestern infolge des Börsenkrachs erfolgten Selbstmorde wird mit sechseinhalbtausend beziffert."
(Die Neue Zeitung, 27.10.1929)
"...das sind die äußeren Anzeichen des langerwarteten, lange vorausgesagten Unheils; diese starke Explosion ist vielleicht das Signal einer neuen Epoche. Denn nicht etwa wie ein Blitz aus heiterem Himmel ist dieser Krach entstanden, es war nicht wie ein Schüttelfrost mitten in voller Gesundheit. Schon seit Monaten dauert das unaufhaltsame, wenn auch immer wieder unterbrochene Abgleiten der Kurse, und ein Blick auf die Ziffern, die wir in unserem gestrigen Morgenblatte veröffentlicht haben gibt Evidenz über diese Bewegung, deren Größe und Bedeutung noch gar nicht ermessen werden kann."
Unfassbares Elend an der Wall Street in New York:
Ebenso in Paris.
Tokyo versinkt im Chaos:
Auch Frankfurt geht den Bach runter:
Zürich ist verzweifelt:
Auch in London ist alles verloren.
In Moskau hatte man sich eben erst an den Kapitalismus gewöhnt, und schon ist alles vorbei.
Sogar Wien wurde von der Krise erfasst:
Bleibt nur zu hoffen, dass bald wieder Optimismus einkehrt, denn nur wenns der Wirtschaft gut geht, gehts uns allen gut.
Re:Bilder einer Tragödie
Der Börsecrash-Opfercounter:
http://www.titanic-magazin.de/fileadmin/content/diverses/boersencrashcounter.gif
Re:Bilder einer Tragödie
"Das durch die Aktienverkäufe generierte Geld werde derzeit aus Angst einfach nicht weiter gegeben, sagte ein Händler. "Keiner traut sich mehr mit einem anderen handeln, weil man nicht weiß ob es Deinen Handelspartner in den nächsten 3 Stunden noch gibt oder schon zerfetzt hat", beschrieb ein Händler die Situation am Markt." (derstandard.at, 10.10.2008)
Hallelujah
Ein neuer Höhepunkt der Daily Soap österreichischer Innenpolitik als Farce wurde definitiv am vergangenen Mittwoch, 03.09.08 mit dem Auftritt von Alfons Adam, seines Zeichens selbsternannter gottgesandter Spitzenkandidat der Kleinpartei „Die Christen“ (vgl. Kapitalismushygiene ) in der ZIB 2 erreicht.
Die Sehnsucht nach dichotomer Vereinfachung (vgl. Die Fratze des Bösen) liegt mir fern, doch drängt sich die Vermutung auf, dass dieser Herr ein direkter Abgesandter der Hölle ist (wo er sich wahrscheinlich besinnend auf seinen Namensvetter Adam, dem biblischen Ursprung des männlichen Geschlechts, zum Retter anachronistischer Männlichkeitsideale aufschwang).
Fassen wir die Fakten zusammen: Da wurde uns ein Herr präsentiert, der offensichtlich größte Mühe hatte, seine cholerische Ader vor der Kamera zu beherrschen.
Zunächst wurde den ZuseherInnen zugemutet, dass Rumpelstilzchen sich zur Frage der Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruches positionieren darf. Offensichtlich ohne jegliche sachliche Qualifizierung – wie auch bei den übrigen Themen, aber das qualifiziert ja offenbar gerade für unsere Soap – fordern die Christen, Abtreibung unter Strafe zu stellen. Nun ist ja bekannt, dass die Strafbarkeit von Abtreibungen noch nie zu einem Anstieg der Geburtenraten, sondern maximal zu höherer Frauensterblichkeit geführt hat. Abtreibung gab und gibt es immer schon – die Zeiten, in denen diese von EngelmacherInnen oder selbst, z. Bsp. mit Stricknadeln vorgenommen wurden, sind noch gar nicht so lange vorbei.
Im Falle einer Vergewaltigung sei prinzipiell auch das ungeborene Leben zu schützen, man müsse jeden Einzelfall eben genauestens prüfen – und das kann Herrn AA zufolge ja wohl nur bedeuten …. prüfen, ob überhaupt eine Vergewaltigung vorliegt. Und ob die betroffene Frau nicht möglicherweise selbst daran schuld sein könnte. Was muss sie sich denn überhaupt allein, ohne Begleitschutz oder Öffentlichkeit mit Männern treffen oder überhaupt außerhalb des familiären Rahmens bewegen?
Hauptanliegen der Christen ist es nämlich, dass „die Österreicher wieder mehr Kinder bekommen“ und dass diese Kinder „gesund an Geist und Körper heranwachsen können“. Was aber nur möglich ist, wenn Mann und Frau ihre „natürlichen und gottgewollten“ Rollen übernehmen, so Alfons Adam. Daher sollen Kindergrippen geschlossen werden, weil
die Babies (und die Ehemänner) ihre Mammies (bzw. Ehefrauen) zu Hause brauchen. Und staatliche Familienleistungen sollte es dann auch nur für solche Familien geben – ein unglaubliches Sparpotential tut sich auf, denn wie wir wissen, wird in Österreich fast jede zweite Ehe geschieden. Und wenn wir Patchworkfamilien als unnatürlich und nicht gottgewollt betrachten, sollten sie auch keine Familienleistungen erhalten?
Selbstverständlich soll es keine Anerkennung, geschweige denn Ehe für Homosexuelle geben. Homosexualität ist ja „eine Krankheit“. Wissenschaftlich kann Herr Alfons Adam diese Aussage zwar nicht begründen (nona), aber er bietet gleich geifernd an, „einen Kontakt herzustellen“: Man möge doch einen ihm bekannten „geheilten Homosexuellen“ in die ZIB 2 einladen, der die Sache dann eindeutig klären könne. Bitte nicht.
Schließlich gibt er noch seine nach eigenen Angaben von der Paneuropabewegung inspirierten Vorstellungen über die Entwicklung der EU preis. Er sei ein vehementer Befürworter der europäischen Einigung, aber keinesfalls in der jetzigen Form, wo Gender Mainstreaming als Staatsideologie aufgezwungen werde. Vermutlich würde er eine inhaltliche Kehrtwende des Gender Mainstreaming vornehmen, so er denn könnte. Nach allem, was wir bisher wissen, könnte die von den Christlichen intendierte Definition in etwa lauten:
Gender Mainstreaming. Seit dem Mittelalter bewährte Praxis, wobei die Hexen eines Dorfes (Gender=“soziokulturelles Geschlecht“=Frevel an der gottgewollten und natürlichen Geschlechterordnung, der sowohl von Männern, als auch von Frauen betrieben werden kann) mit einem Mühlstein um den Hals in den Hauptfluss eines Dorfes oder einer Stadt (Mainstream) geworfen werden. In Österreich bot sich für das
Gender Mainstreaming seit jeher besonders die Donau an. Daraus entwickelten sich eigene lokale folkloristische Traditionen und Ausdrucksformen, z. Bsp. die Bezeichnung für die Mühlsteine im Wiener Raum: die Donauwalzer. Oder so.
Nach der unglaublichen Vorstellung in der ZIB 2 bleiben drängende Fragen offen:
Was passiert mit jenen, die trotz der gottgewollten natürlichen HERRlichkeitsordnung nicht gesund an Körper und Seele aufwachsen können?
Wie konnten „Die Christen“ es nur auf den Stimmzettel schaffen? Bieten FPÖ und BZÖ nicht mehr ausreichend Identifikationsfläche, um das heimische Idioten-, Ignoranten-, Faschisten- und Nationalsozialistenpotential aufzufangen?
Da es sich bei den Christen offenbar um eine österreichische Variante der international gefürchteten Fundamentalisten handelt – warum kommt hier nicht § 278a StGB, Bildung einer kriminellen Vereinigung zum Einsatz? Man könnte Herrn Alfons Adam doch zumindest bis nach der Wahl einsperren, sagen wir für 100 Tage?
Und schließlich, ganz egoistisch die Frage – wenn es zu einer
Koalition ÖVP und „Die Christen“ kommt – was werden die dann mit mir machen? Mich einsperren oder Gender Mainstreaming?
Schade, dass bei so viel Sprengstoff die Kommunisten völlig untergegangen sind. Mirko Mesner hat nur durch platte, zwar ideologisch korrekt kommunistische, aber leider doch nur populistische Forderungen und einen eklatanten Mangel an allem, was in die Nähe von konkret oder fundiert kommen könnte geglänzt. Leider auch bei der Begründung für das Nicht - Zustandekommen eines Linken Bündnisses. Es riecht nach Scharmützeln und Schrebergartenpolitik. Aus größeren und kleineren Zusammenhängen wohl bekannt. Ja, nicht nur die SPÖVP hat Koalitionsprobleme.
Die Idee der Sendung war spannend: Die Verteidiger von Gottes Willen und natürlicher Ordnung mit den Verfechtern von Religion als Opium fürs Volk zusammen zu bringen. Rausgekommen sind Vier Fäuste für ein Hallelujah. Danke Armin Wolf.
Kapitalismushygiene
Momentan schwimme ich in einem Bad tetrahydracannabinolgetränkter Endorphine und gebe mich dem Vorwahlkampf hin, der ja oft besser als der eigentliche Wahlkampf oder gar dessen Ergebnis ist. Diesmal besonders spannend: wer tritt überhaupt an? Hier mein Ranking der potentiellen AnwärterInnen, gereiht nach Unterhaltungswert, unabhängig von den medialen Streuung desselbigen.
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Die Christen: ein besonderes Zuckerl für den advanced Pothead! Eine protokatholische Überzeugungstäterpartei mit Pro-Life Attitüde und zusammengezwickten Arschbackerln. Ich habe das Wort „Unzucht“ schon lange nicht mehr gehört, bei den Christen ist es mir auf nur einer Seite drei mal untergekommen. Extrapluspunkte für österreich-patriotische Abendgebete auf der Homepage!
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Die Monarchisten: eine humorvolle Truppe wackerer Senioren, die trotz hohem Alter zum Spagat fähig sind: modernes BlaBla und humanistisches TamTam einerseits, aber andererseits die Installation einer Erbmonarchie fordern. Repräsentationspolitik via DNA zu bestreiten ist ziemlich freakig, oder?
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FPÖBZÖ: sind das glatte Gegenteil der Grünen: abwechslungsreich, innovativ, clownesk, absurd und einfach unglaublich! Diese Woche haben sie einen der Chefs zu 9 Monaten bedingt verknackt. Der andere hat eine neue blonde Frau und ist – wie ich finde – geil (vom pornographischen Standpunkt betrachtet, natürlich). Der ganz andere Chef dieser Partei ist hingegen schon wieder ziemlich spooky – ich möchte dem nicht alleine nächtens in einer Kärntner Disko begegnen. Diese Partei könnte mit der Nominierung eines neuen (spooky) Spitzenkandidaten ganz schnell auf Platz 1 aufrücken!
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Die Linke: beeindruckend durch ihr markantes Auftreten („Die oberen 10.000 enteignen!“) - leider anfällig für linke Selbstzerfleischung und Retrotendenzen. Dennoch erfrischend ehrlich, aber etwas altbacken. Werden medial wohl kaum durchkommen – außer sie klotzen weiter. Hoffentlich!
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Dinkelgruber (oder wie der heißt): ein Entertainer sondergleichen („Liste Fritz“ - sic!), der vor allem durch seine Bündnispartner für humorvolles Aufsehen im Wahlkampf sorgen wird. Leider ist's mit HP Martin und ihm nix geworden – als Siegfried & Roy der österreichischen Innenpolitik hätten sie abgeräumt, ohne Zweifel. Aber die Ärztekammer und so... die sind auch vielversprechend!
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SPÖVP: über weite Strecken eine langweilige Partei, die sich aber durch eine Reihe exzentrischer Persönlichkeiten auszeichnet, die mich regelmäßig erfreuen. Ich mein': einen Schüssel findet man kein zweites Mal. Mein Lieblingsparteimitglied: Buchinger (der mit dem Moped und dem Groupie, bloß schade um den Bart). Auch nicht schlecht: Kdolsky, Gusi, Dichand.
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LIF: Das liberale Forum könnte eigentlich schon amüsant sein, ist es aber irgendwie nicht. Mich quälen zwei Fragen, die jeden aufkommenden Spaß überdecken: wie passt einer der größten Bau-Tycoonen Europas da hinein (und die Antwort steht im Wirtschaftsprogramm) und vor allem: wieso tut es sich das noch einmal an, das alte Schlachtroß? In ihrem Alter! Ich versteh' das nicht.
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Grüne: sind vom Unterhaltungswert die vernachlässigbarste Partei. Und andere Kriterien sind nicht relevant. Ich weiß nichts über diese Partei. Gibt’s die überhaupt noch? Oder hat Frau Glawischnig schon länger kein Kind mehr in die Welt gesetzt?
Re:Kapitalismushygiene
Frage an den Experten: Hat der Westi eigentlich auch bevor sie ihn verknackt haben immer in der 3. Person von sich gesprochen? Wenn ja: Wahrscheinlich, weil sie ihm in der HTL nicht ordentlich Deutsch beigebracht haben – ab zur Integrationsprüfung! Wenn nein: Spekuliert er jetzt, so er doch wieder mal unfreiwillig den Hut nehmen muss, mit einem Übertritt zu den Monarchisten? Oder – und das scheint bei ihm ja die plausibelste Erklärung zu sein – ist das Ausdruck einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung? Dann sollte ihm auch im Verfahren die Kategorie geistig abnormer Rechtsbrecher zugestanden werden…
Re:Kapitalismushygiene
Der Westi redet schon länger so (ich glaub seit er beim bzö als einzelkämpfer jobbt). eine persönlichkeitsstörung würd ich aber trotzdem nicht ausschließen. da er für rassismus eigentlich zu unpolitisch ist könnte mehr hinter seiner namensänderung stecken, von hojac zu westenthaler..
Re:Kapitalismushygiene
Ich will ja nichts sagen, aber die Monarchisten haben das jüngste Durchschnittsalter aller Parteien! Soviel zu den "wackeren Senioren"
zur altersstruktur der monarchisten
lieber craden,
insider hin und klotzen her - das bildmaterial der monarchisten spricht gegen dich: http://www.youtube.com/SchwarzGelb2008
ich hab' jetzt ehrlich versucht den altersschnitt der monarchisten rauszufinden, aber die monarchisten verweigern alle aussagen über anzahl und zusammensetzung ihrer mitglieder. kann aber auch am alzheimer liegen.
X-Treme
mit dem Motto: "Die Mostlandstürmer stellen sich immer auf ihr Publikum ein" freuen.
Aber auch das restliche Entertainment braucht sich nicht zu verstecken! Vor allem der tolle Vergnügungspark bietet dem actionhungrigen Draufgänger viel Spass.X-Treme, Kamikaze, Outbreak, Panic, Drop Zone Tower, Tagada, Break Dance, St.Petersburger Schlittenfahrt, Autodrom, Crazy Boat, Snow Convoy, Wonderworld Ballon, Baby Jet, Ponyreiten, Kinderfantasyroller, Luftrutsche, Euro Jump, Magic Dreamland, Euroball, Paper Breaker, Alley Cats, Schießbuden, Dosenwerfen, Korkenschießen und Glücksrad warten auf die Kundschaft.
Der Mossad war's
Warum es wie üblich die üblichen Versächtigen waren: http://www.khklement.at/component/option,com_jd-wp/Itemid,25/p,259/
;-)
Re:Dirty Diana
jetzt ist es übrigens offiziell: 1,8 promille, 162 kmh.