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Widerstand ist machbar.

 

Das werden über 100 AktivistInnen und KünstlerInnen vom 14. – 17. Mai auf der Subversiv Messe unter Beweis stellen.

Welche Erfindungen erleichtern den Widerstand? Was können wir tun, um herrschende Verhältnisse aufzulösen? Welche Ideen unterwandern das System? Und was darf sich mensch unter Subversion vorstellen?

Subversion für QuereinsteigerInnen

Das Wort „Subversion“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „subversor“ für „den Umstürzer“ ab. Die Subversion wird z.B. auf Wikipedia als „eine Tätigkeit im Verborgenen“ beschrieben, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden Ordnung durch Unterwanderung und Untergrabung sei. Weiters steht zu lesen, dass manchmal die gesamte politische Opposition als Subversion bezeichnet wurde. Die Definition im Brockhaus meint Subversion als „auf den Umsturz der bestehenden staatlichen Ordnung zielende, meist im Verborgenen betriebene Tätigkeit.“ Im Duden wird „subversiv“ mit zerstörend, umstürzlerisch erklärt.

Im Sinne der poststrukturalistischen Theorie wird Subversivität als Mittel zur Grenzüberschreitung verstanden. Subversion verleiht die Möglichkeit, neue Handlungsspielräume zu schaffen, um Herrschafts- und Machtformen aus allen Lebensbereichen zu unterlaufen.

Ein wichtiger Aspekt der Subversion ist es, den Gesetzestext zu strapazieren und bewusst zu überschreiten, damit ein kritisiertes Gesetz neu formuliert oder abgeschafft wird. Ein ebenso gewichtiger Punkt ist das Aufbrechen von Normen, Traditionen und festgelegten Verhaltensmustern. Gesellschaftliche Umstände, die als falsch erkannt werden, gilt es in Frage zu stellen, so der Grundtenor subversiven Denkens und Handelns. Damit wird letztendlich die Hoffnung verbunden, eine gesellschaftliche Weiterentwicklung zu initiieren.

Seit der Studentenbewegung der 1960er Jahre haben Subversive Formen des Protestes einen festen Platz im Aktionsrepertoire sozialer Bewegungen. Das Konzept der Spaßguerilla, dass in der Kommune I entwickelt und umgesetzt wurde, war der Versuch, Protest neu zu erfinden und seine Grenzen zu überschreiten. Macht- und Repräsentationskritik, Verfremdung und die Anstiftung zur Selbsttätigkeit sind die wesentlichen Elemente subversiven Protestes.

Subversion in der Praxis

Die Subversiv Messe greift Positionen auf, die im populären Diskurs wenig sichtbar sind und bietet eine Plattform für AktivistInnen, die sich mit den Themen Migration und Abschottung, Grenzregimen, Überwachung, Repression, Ausschluss von Bildung, Arbeit und Gesundheitssystemen sowie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie, Zensur beschäftigen.

So werden die AusstellerInnen auf der Messe Methoden, Strategien, und Werkzeuge für den politischen Widerstand realisieren und präsentieren. Die dabei entstehende Vernetzung internationaler AktivistInnen soll Perspektiven für einen gemeinsamen Kampf gegen Kapitalismus und staatliche Kontrollmächte eröffnen.

Je nach Interesse können auf der Subversiv Messe Erfindungen, Technologien und Praktiken hinsichtlich ihrer Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit erprobt werden. Beispielsweise kann erlernt werden Fingerabdrücke zu kopieren, zu kochen, ohne Geld für Lebensmittel auszugeben oder Seedbombs zu basteln, um die zugepflasterte Stadt wieder zu begrünen. Nachdem die MessebesucherInnen als Dummy die eigene Risikobereitschaft getestet haben, können sie sich auf die Suche nach ihrem „inneren Clown“ machen, und sich mit der Rebel Clown Army im zivilen Ungehorsam üben. Und wer sehnt sich nicht danach, endlich wieder anonym durch eine Stadt zu spazieren, ohne ständig von Überwachungskameras aufgezeichnet zu werden? Mit einem einfachen Trick wird auf dem gefilmten Material ein Lichtball an Stelle des Gesichts sichtbar. Die amerikanischen Guerrilla Tischler Mad House Shelter zeigen, wie in kürzester Zeit temporäre, beheizbare Unterkünfte aufgebaut werden können; für den Fall, dass während der Subversiv Messe alle Schlafmöglichkeiten in Linz vergeben sind.

Wer Erholung von den zahlreichen, außergewöhnlichen Angeboten braucht, kann sich in „Dornröschens kleines Schmuddelzimmerchen“ zurückziehen, und sich von den Ärzten ohne Ängsten edukative Lieder vorsingen lassen. Und wer zufällig auf der Suche nach einem Traktor ist, wird bei der Open Source Ecology fündig.

Zusätzliche Programmhighlights wie eine Galanacht mit Monochrom, Überraschungskonzerte (z.B. Cobra Killer), queeres Kabarett (Queer Beograd), Genderfuck und Draggeschminke, ein Symposium zum Thema „Normalzustände in der Krise“, Endlosdebatten in der Dumpstersauna sowie Interventionen im öffentlichen Raum werden die Messe zu einem unvergesslichen Ereignis machen.


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