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Tunnel. Literature & Subversion. A reading performance

Thomas Ernst (BE), eingereicht am 29.07.2008

Fünf Figuren buddeln Worttunnel unter die Ideologietürme der Gegenwart, ihre Wege im Untergrund kreuzen sich, obwohl sie in verschiedene Richtungen graben und einander beim Lockern der Fundamente behindern. In einem unter- und hintergründigen Spektakel aus Wortfetzen und Witzen, zahllosen Zitaten aus der Geschichte der Subversion, Videoclips und Fotos präsentiert die neue multimediale Literaturcollage und Leseperformance von Thomas Ernst auf spielerische Weise die wichtigsten Ergebnisse der Abhandlung „Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa“ (2007) und des Sammelbandes „SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Kunst in der Gegenwart“ (2008).
Der in Brüssel – nahe der Machtzentralen der EU und der NATO – lebende Autor führt sein Publikum auf amüsante Weise durch die Geheimgänge der literarischen Subversion. Dabei werden die Vietcong-Tunnel von Cuchi durchkrochen, die Sturmtruppen der Avantgarde getroffen, die Zensurprozesse gegen satirischen Texte ebenso besucht wie die Hinterhöfe des HipHop und die ratternden Wortsalven der Poetry Slams, schließlich verliert sich die Spur in den Netzen des World Wide Web. Die These des Programms lautet dabei, dass Fragen der Subversion wichtiger sind als Antworten: Welche Widersprüche prägen ein Konzept, das immerzu auf Widersprüche verweist? Warum wird neuerdings von der ‚Subversion der Subversion’ gesprochen? Und warum ist es richtig, Subversion heute als ‚freie Software’ zu bezeichnen?

Short Biography